az-Forum Veredelung

Kostenführerschaft zählt

Dr. Josef Efken, Experte für Marktanalysen beim Thünen-Institut,
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Dr. Josef Efken, Experte für Marktanalysen beim Thünen-Institut,

Die Zukunft der Veredelungswirtschaft wurde auf dem Forum der 'agrarzeitung' (az) moderiert von Dr. Jürgen Struck auf der Eurotier intensiv diskutiert. Dr. Josef Efken, Experte für Marktanalysen beim Thünen-Institut, zeigte auf, dass die Strategien in der Veredelungswirtschaft weltweit je nach Land variieren.

Während Japan auf Fleischimporte baut, importieren die Niederlande Futtermittel, um das erzeugte Fleisch zu exportieren. Auch Deutschland setzt sehr stark auf den Export. Die Konkurrenz ist aber deutlich gewachsen. In der Produktion und auch in der Effizienz haben laut Efken viele Länder aufgeholt. So ist die globale Fleischproduktion um 23 Prozent gestiegen, die Exporte sogar um 60 Prozent, wobei sich die Schweinefleischexporte verdoppelt haben auf Grund der hohen Nachfrage aus Asien.

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Zwar ist der EU-Binnenhandel, der bei Schweinefleisch rund 75 Prozent des Welthandels ausmacht, auch für Deutschland bedeutend, aber beispielsweise bei Schlachtnebenerzeugnissen breche zurzeit der wichtige Markt in Russland weg, so Efken.

Dadurch entstehe neben der Konkurrenzsituation am Weltmarkt zusätzlich noch Absatzdruck. Deutschland habe bislang vor allem wegen der Kostenführerschaft seine Fleischexporte steigern können. Dies setzt laut Efken betriebliches Wachstum voraus. Der Strukturwandel in Deutschland wird sich daher weiter deutlich verschärfen. Dies bestätigte auch Heinrich Dierkes, Vorsitzender der Interessengemeinschaft der Schweinehalter (ISN) in der Diskussion.

Herausforderung für die Branche ist vor allem der Erhalt der Exportfähigkeit. Wie das gelingen kann, darüber gab es unterschiedliche Auffassungen. "Die Initiativen rund um das Tierwohl, retten die Veredelung nicht", sagte Dierkes weiter.

Die Marktentwicklungen hin zu nicht mehr kostendeckenden Preisen könnten dadurch nicht ausgeglichen werden, so Dierkes. Die Exportabhängigkeit zu reduzieren, wurde auch als Möglichkeit diskutiert. Allerdings sei Effizienz und Kostenführerschaft auch im Inland essentiell, denn die deutschen Verbraucher seien äußerst preissensibel, so Efken. (AW)
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