Glyphosat

Krebsstudie lässt auf sich warten


Glyphosat spielt bei der Stoppelbearbeitung eine große Rolle.
-- , Foto: Monsanto
Glyphosat spielt bei der Stoppelbearbeitung eine große Rolle.

Über viele Stunden war die zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehörende Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) heute im Internet nicht verfügbar. Offenbar haben sehr viele Nutzer rund um den Globus nach der Monografie gesucht, die wissenschaftliche Belege enthalten soll, warum Glyphosat künftig als „wahrscheinlich krebserregend bei Menschen“ eingestuft werden soll. Bislang gilt der Wirkstoff in dieser Hinsicht als unauffällig.

Die IARC hatte im März in einer Kurzfassung über die geplante Höherstufung berichtet und damit ein riesiges Medienecho ausgelöst. Glyphosat befindet sich zurzeit in der EU im Prozess der Wiederzulassung. Seither warten alle, die den Vorgang begleiten – allen voran natürlich Landwirte und Hersteller – auf die Begründung. Die IARC hat allerdings bislang nur bekannt gegeben, dass die Veröffentlichung aller Daten – also die Monografie – im Juli geplant sei, jedoch nie offiziell bestätigt, dass dies am heutigen 15. Juli passieren soll. Bislang ist nichts dergleichen geschehen.

Dessen ungeachtet bringen sich Unternehmen und Verbände in Stellung. Aus den USA verlautete bereits gestern, dass Monsanto eine eigene wissenschaftliche Kommission mit der unabhängigen Prüfung der Daten beauftragen wolle. Der dortige Produktionsvorstand Brett Begeman ließ sich mit dem Ausspruch zitieren, dass die Arbeit der IARC-Forscher „junk science“ – also Schrott-Wissenschaft sei. (db)
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