Das russische Embargo und weitere Effekte haben zu einem massiven Preiseinbruch auf dem Schlachtschweinemarkt geführt, beklagt der Hessische Bauernverband. Lag der Preis pro Kilogramm Schlachtgewicht im Juni 2014 noch bei 1,68 €, ist er in dieser Woche auf 1,38 € eingebrochen. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Minus von 0,25 €.

„Wir haben die Bundesregierung aufgefordert, sich für eine schnelle Lösung des Russlandembargos einzusetzen, denn es kann nicht sein, dass für politische Entscheidungen unsere bäuerlichen Existenzen geopfert werden", erklärt der Präsident des Hessischen Bauernverbandes, Friedhelm Schneider. Aber auch der Lebensmitteleinzelhandel und die Verbraucher seien in der Pflicht, meint Schneider. Wer Qualität und mehr Tierwohl will, müsse das auch bezahlen.

Zusätzlich belastet würden die Mäster durch gestiegene Futterkosten. Nach der Modellrechnung ergeben sich im Juli für Ferkel und Futter Aufwendungen in Höhe von 120,50 € pro Schwein. Bei der Gegenüberstellung mit dem Schlachterlös von 130,00 € ergibt sich eine Bruttomarge von 9,50 €. Um aber alle Kostenpunkte zu decken, würden bei durchschnittlichen Leistungen 15 bis 20 € pro Schwein benötigt, so der Bauernpräsident.

Von Erlösen von 9,50 € könne kein Landwirt auf Dauer überleben. Viele Betriebe hätten in den vergangenen Jahren enorme Investitionen getätigt, um sich für die Zukunft zu rüsten und ihren Schweinen optimale Bedingungen und mehr Tierwohl bieten zu können. Gerade diese Betriebe stünden durch die niedrigen Schweinepreise nun unter einem extremen finanziellen Druck, stellt Schneider fest. (az)
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