An einem Gutachten des Kuratoriums für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) zur Kleingruppenhaltung von Legehennen wird Kritik geäußert. Es dient als Grundlage für eine Bundesratsentscheidung in dieser Woche. Auf Antrag der Länder Niedersachsen und Rheinland-Pfalz soll die Abschaffung der Kleingruppenhaltung auf das Jahr 2023 vorgezogen werden. In ihrer Argumentation beziehen sich die Länder auf das KTBL-Gutachten.

"Das KTBL lässt wesentliche kalkulatorische Größen einer sorgfältigen betriebswirtschaftlichen Berechnung gänzlich außer Acht", zitiert der Zentralverband der Geflügelwirtschaft (ZDG) den Wissenschaftler Prof. Hans-Wilhelm Windhorst von der Universität Vechta. Er weise auf falsche Annahmen in dem Gutachten und daraus folgende unrealistische Erlössituationen hin. Daher tauge das Gutachten als Argumentationsgrundlage nicht, äußert ZDG-Präsident Leo Graf von Drechsel. Die deutsche Geflügelwirtschaft sei jedoch offen für Kompromisslösungen. Diese sollten einen realistischen Mittelweg zwischen dem von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner vorgeschlagenen Jahr 2035 und dem neuen Vorschlag 2023 darstellen, so der ZDG. (az)
stats