Die russische Lebensmittelsicherheitsbehörde Rosselkhoznadzor hat grünes Licht für eine zweite Lieferung von Pflanzkartoffeln aus Deutschland gegeben. Demnach waren die Proben, die Mitarbeiter der Behörde Anfang März in Deutschland gezogen hatten, frei von Quarantänekrankheiten. Proben aus den Niederlanden sind noch nicht abschließend untersucht.

Zugleich bemängelt die Behörde, dass in 11 Partien von gelieferten Pflanzkartoffeln Silberschorf und Trockenfäule gefunden wurden. Dabei soll es sich um Ware aus Deutschland handeln. Diese Partien hatte Rosselkhoznadzor im Dezember beprobt und vor einigen Wochen die Importgenehmigung erteilt.  Silberschorf und Trockenfäule sind zwar keine Quarantänekrankheiten, wie die Behörde einräumt, dennoch dürfen sie in Pflanzgut nur in sehr geringem Umfang auftreten. Nach der Meldung der Moskauer Behörde seien die russischen Qualitätsanforderungen an Pflanzgut damit nicht erfüllt.

Die Pflanzgutlieferanten sind allerdings noch nicht informiert worden, um welche Partien es sich handeln könnte. Vielmehr hat Rosselkhoznadzor angekündigt, sich mit einer Beschwerde an die DG Sanco zu wenden, die bei der EU-Kommission für phytosanitäre Fragen zuständig ist. Auch das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) ist mittlerweile informiert worden. Gemeinsam mit den zuständigen Länderbehörden wird der Schverhalt überprüft. (brs)
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