Aus Sicht des Präsidenten des Zentralverbandes der Geflügelwirtschaft (ZDG), Friedrich-Otto Ripke, sei der Beschluss des Discounters "ein unverhältnismäßiger Aktionismus". Nachvollziehbar sei es, wenn Lebensmittelhändler zunächst den Verkauf niederländischer Eier einstellen und ebenso den verdächtiger Eier aus Deutschland. Doch Gründe den Verkauf vollständig einzustellen sehe er nicht, sagte Ripke gegenüber agrarzeitung.de. Für die Eierwirtschaft könne die Entscheidung von Aldi jedoch einen möglichen generellen Imageschaden zu Folge haben, so seine Befürchtung. Er hoffe und gehe davon aus, dass andere Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) diesem Beispiel nicht folgen werden und aufgrund ihrer bekannten Lieferanten in Deutschland ihr Angebot sorgfältig prüfen und aufrechterhalten.
 
In ähnlicher Weise äußert sich der Deutsche Bauernverband (DBV).  In einer ersten Stellungnahmen kritisiert er ebenfalls den Discounter Aldi.  Er halte die  Entscheidung von Aldi Süd und Nord, wegen Funden von Fipronil in den Niederlanden sowie in wenigen Fällen in Deutschland sämtliche Eier aus den Regalen zu nehmen, zum jetzigen Zeitpunkt für eine überzogene Reaktion. Angesichts der bisherigen Untersuchungen der Behörden von Eiern aus deutscher Produktion und der wissenschaftlichen Beurteilung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) und der EU erscheine dies nicht angemessen, so der DBV. Die EU-Kommission habe gestern den niederländischen Eierskandal als „unter Kontrolle" bezeichnet und das BfR stufe einen Verzehr deutscher Eier als unbedenklich ein. Nur in wenigen deutschen Betrieben war das niederländische Desinfektionsmittel angewendet worden, die Ende Juli aber sofort gesperrt und überprüft wurden. „Wir sehen jetzt vor allem die amtlichen Behörden in den Niederlanden und von Bund und Ländern in der Pflicht vollständig für Aufklärung zu sorgen", wird der stellvertretende DBV-Generalsekretär Udo Hemmerling in der Mitteilung zitiert. (jst)
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