Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit veröffentlicht Zahlen zur Vergabe von Antibiotika in der Tiermedizin. Dem Bauernverband sind die Daten nicht transparent genug.

Nach Angaben des BVL sind im Jahr 2011 insgesamt rund 1.734 t Antibiotika von Pharmazeutischen Unternehmen und Großhändlern an Tierärzte in Deutschland abgegeben worden. Den Schwerpunkt bildeten Tetrazycline und Aminopenicilline.

Die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) als „kritisch" eingestuften Antibiotika wie Fluorchinolone und Cephalosporine der 3. und 4. Generation werden laut BVL in der Tiermedizin eher selten eingesetzt. Diese modernen Wirkstoffe sind als „Reserveantibiotika" für die Humanmedizin von großer Bedeutung.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) sieht einen verantwortungsbewussten Umgang mit Antibiotika durch Landwirte und Tierärzte durch das BVL bestätigt. Die Menge der als kritisch eingestuften Reserveantibiotika betrage weniger als ein Prozent.

Bedauerlich ist laut DBV aber, dass durch die BVL keine Aufschlüsselung der Daten nach Tierarten erfolgt. Hilfreich wäre eine Differenzierung nach Lebensmittel-liefernden Tieren und Hobbytieren. Eine vollständige Transparenz sei notwendig, um die nationale Strategie zur Eindämmung von Antibiotika-Resistenzen zum Erfolg zu führen, so der Verband. (sch)
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