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Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast will die massenhafte Tötung männlicher Küken, die nicht als Legehennen dienen können, nicht länger tatenlos hinnehmen. Dies sei ein drastisches Beispiel, wohin die Spezialisierung der Agrarproduktion geführt habe. Das Problem sei seit langem bekannt, bisher seien aber keine Anstrengungen unternommen worden, um eine Lösung zu finden. "Ich bin nicht bereit, einen solchen Skandal einfach zur Kenntnis zu nehmen und zur Tagesordnung überzugehen. Die Folgen der Agrarpolitik müssen in jedem Bereich überprüft, deutlich gemacht und mitberücksichtigt werden", so Künast. Die Ministerin hat deshalb Experten aus Wissenschaft und Zuchtunternehmen gebeten, Lösungswege zu erarbeiten, die mit dem Tierschutz vereinbar sind. Hierzu werde im Herbst ein Fachgespräch stattfinden. Sobald erste Ergebnisse vorliegen, werde Künast alle Beteiligten zu einem runden Tisch einladen, um das weitere Vorgehen zu erörtern. Neben der inzwischen dem Bundesrat vorliegenden Neuregelung der Hennenhaltung mit dem Verbot der Käfigbatterien sei dies ein weiterer Beitrag zur Verbesserung des Tierschutzes in der Geflügelhaltung. (ED)
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