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Man sei nicht lange Nutznießer der BSE-Krise gewesen, sagte die Geschäftsführerin der Agrar GmbH Wildau-Wentdorf (Brandenburg), Roswitha Wilke. Ihr Betrieb produziert mit einem Bestand von 750 Zuchtsauen Mastläufer für einen Verarbeitungsbetrieb in Werenzhain und für die Erzeugergemeinschaft "Flämingfleisch". 1998 und 1999 habe man rote Zahlen geschrieben, an den Krediten, die aufgenommen werden mussten, knabbere der Betrieb noch heute, sagte Wilke gegenüber der Lausitzer Rundschau. Zum Ende des Jahres habe die Nachfrage nach Schweinefleisch einen enormen Schub erhalten und die Läuferpreise erreichten eine noch nie dagewesene Rekordhöhe. Inzwischen gehe es aber wieder abwärts. Die Schweinepreise wären im Sinken, die Läuferpreise folgten. Wesentlicher Grund für das Dilemma sind nach Meinung von Wilke die Probleme, die bei der Deklaration der Wurst auftraten. Nun wären viele Verbraucher völlig verunsichert und kauften überhaupt nichts mehr. Nicht anfreunden kann sich die Geschäftsführerin mit manchen Thesen, die unter dem Begriff "Wandel in der Landwirtschaft" ein Ende für die Großbetriebe forderten. Auch könne sie sich nicht vorstellen, wie man eine ganze Landwirtschaft auf Öko-Produktion umstellen wolle. Dadurch würden die Kosten für den Verbraucher doch enorm in die Höhe schnellen. (Bm)
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