Länderminister preschen bei Antibiotika-Minimierung vor

Den Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung soll eine bundesweit einheitliche Datenbank erfassen. Schwellenwerte werden eingeführt.

Ein strengeres Vorgehen bei der Verringerung des Antibiotikaeinsatzes in der Nutztierhaltung fordern die Verbraucherschutzminister der Länder vom Bund. Der Entwurf zur Änderung des Arzneimittelgesetzes solle dazu präzisiert und verschärft werden, beschlossen die Länderminister im Rahmen der am heutigen Freitag zu Ende gehenden, dreitägigen Verbraucherschutzministerkonferenz in Hamburg.

„Wir müssen den Einsatz von Antibiotika in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung bei gleichzeitiger Verbesserung der Tiergesundheit zum Schutz der Gesundheit von Mensch und Tier auf das unbedingt notwendige Maß beschränken“, sagte der niedersächsische Ressortchef Gert Lindemann.

Um den Einsatz der Antibiotika-Mengen zu verringern, solle eine bundesweit einheitliche, amtliche Datenbank errichtet werden, teilt das Landwirtschaftsministerium in Niedersachsen am Freitag mit, auf dessen Initiative dieser Beschluss zustande kam. Sie solle ermitteln, wie häufig und in welchen Abständen welche Arten von Antibiotika bei den unterschiedlichen Nutztierarten verabreicht werden. Die Datenbank solle eine zeitnahe Auswertung des Antibiotikaeinsatzes auf Betriebs-, Landes- und Bundesebene ermöglichen.

Die Länderminister verständigten sich zudem auf die Einführung zweier bundesweit geltender Schwellenwerte auf Basis der Therapiehäufigkeit. Beim Überschreiten des ersten Schwellenwertes werde der Tierhalter im Rahmen der Eigenkontrolle aufgefordert, den Antibiotikaeinsatz auf seinem Betrieb mit Unterstützung seines Tierarztes zu reduzieren. Beim Überschreiten des zweiten Schwellenwertes erfolge eine Überprüfung durch die Veterinärbehörden.

Die Schwellenwerte würden Fachleute aus den Ländern in Abhängigkeit von der Tierart festlegen, sagte ein Sprecher des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums auf Anfrage von agrarzeitung.de. Das weitere Vorgehen sei noch nicht festgelegt. Wahrscheinlich werde aber eine länderübergreifende Arbeitsgruppe gebildet. (pio)
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