Unwetter

Land unter im Süden und Westen


Verhagelt: Auch diese Ackerbohnen sind der Unwetterfront zum Opfer gefallen.
-- , Fotos: da
Verhagelt: Auch diese Ackerbohnen sind der Unwetterfront zum Opfer gefallen.

Erst war es viel zu trocken, jetzt ist es viel zu nass. Dauerregen führt derzeit in vielen Regionen Deutschlands zu Überschwemmungen. In Passau wurde Katastrophenalarm, in Niederbayern ist Notstand ausgerufen. Die Linie von Düsseldorf, Hannover, Hildesheim bis Magdeburg sind unter Wasser.

Auch in der Landwirtschaft erreichen die Schäden Millionenhöhe. Nach Angaben eines Sprechers der Vereinigten Hagelversicherung in Gießen belaufen sich die gemeldeten Schäden in der Landwirtschaft, die das Tief Elvira angerichtet hat, auf rund 15 Mio. €. Vor allem in Bayern, Hessen und Baden-Würrttemberg sind die Felder überschwemmt. In weniger vom Hochwasser betroffenen Gebieten stehen Wasserlachen auf den Feldern und das Getreide geht ins Lager. Eigentlich sind nur Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern von den Wassermassen verschont geblieben. Hier sind eher Trockenschäden in den Beständen zu sehen.
Versicherungsfall Starkregen
Seit Donnerstag vor einer Woche wurden wegen Hagel und Starkregen Schäden auf rund 36.000 ha bei der Vereinigten Hagel gemeldet. Diese Flächen umfassen eine Versicherungssumme von 78 Mio. €. Der tatsächliche Schaden beträgt rund 15 Mio. €. Allerdings sind Landwirte weniger gegen Starkregen versichert, sondern vor allem gegen Hagel. Starkregenschäden werden über die Mehrgefahrenversicherung abgewickelt, so ein Sprecher der Vereinigten Hagel. Betroffen sind Obstplantagen und Erdbeerfelder. Aber auch Getreide und Raps, die sich in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium befinden, sind von dem starken Regen geschädigt. Besonders Ackerbohnen liegen mit abgebrochenem Stengel am Boden. Die Hülsenfrüchte waren wegen des Greening verstärkt angebaut worden. (da)


"Der Krankheitsdruck steigt bei der feucht-warmen Witterung täglich. Doch wir müssen zuschauen, denn die Felder sind durchnässt und nicht befahrbar", beschreibt ein Landwirt in Ostdeutschland die Lage. Genannt werden vor allem Fusarium und Gelbrost in Weizen. Die Pflanzenschutzmaßnahmen können nicht durchgeführt werden.

Da sich die Großwetterlage erst einmal nicht ändern dürfte und weitere Niederschläge angekündigt sind, werden Qualitätseinbußen immer wahrscheinlicher. Somit könnte es in diesem Jahr wieder zu Mykotoxinproblemen kommen. Der Erntetermin für die Gerste war bislang auf Ende Juni terminiert. 


An den Börsen reagieren die Notierungen von Weizen bereits auf die angespannte Wetterlage in Europa. Auch in Nordamerika soll es regional zu viel regnen. Strahlender Sonnenschein indes herrscht an den deutschen Nord- und Ostseeküsten. In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern fehlt Regen. Im Raum Rostock sind die Bestände viel zu trocken. Ertragseinbußen bei Raps sind zu erwarten. Hier rechnen Landwirte nur noch mit Erträgen von 3,5 t/ha und darunter. (da) 
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