Tönnies

Landgericht Bielefeld stützt Neffen


Der Familienstreit um die Macht im größten deutschen Fleischkonzern, der Tönnies Gruppe, Rheda-Wiedenbrück, geht weiter. Nach der mündlichen Verhandlung am 14. März 2014 entschied das Landgericht Bielefeld am vergangenen Freitag, der Klage des Neffen Robert Tönnies (35) auf Stimmengleicheit im Konzern stattzugeben (AZ 17 O 61/12). 

Das Gericht führt dazu aus, dass in den Gesellschaftsverträgen der Tönnies Holding GmbH & Co KG ein doppeltes Stimmrecht zugunsten von Clemens Tönnies nicht enthalten sei.

In verschiedenen Verträgen war im Jahr 2002 notariell geregelt worden,  dass Clemens Tönnies ein Doppelstimmrecht auch in der damaligen Holding Gesellschaft B & C Tönnies Fleischwerk GmbH & Co KG erhält. Am gleichen Termin wurde im Zuge einer Neustrukturierung der Tönnies-Gruppe die neue Tönnies Holding GmbH & Co KG geschaffen, die zukünftig als Obergesellschaft für die Gruppe fungieren sollte. In dieser wurde das doppelte Stimmrecht nicht eingetragen, so das Gericht. Daher stehe dem Beklagten Clemens Tönnies das von ihm reklamierte Doppel- und Mehrstimmrecht bei Beschlussfassungen der Gesellschafter der Holding KG sowie deren Komplementär GmbH nicht zu.  Clemens Tönnies hat angekündigt, beim Oberlandesgericht Hamm in Berufung zu gehen. (jst)
 
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