Appelle

Landhandel ist nötig für faire Preise

Der Strukturwandel im privaten Landwarenhandel bleibt - wenn auch mit verhaltener Geschwindigkeit - weiter erkennbar. Das Ausscheiden von Unternehmen durch Übernahme oder Aufgabe geht mit deutlichen regionalen Unterschieden weiter. Nach Ansicht von Johann Schweiger, dem Präsidenten des Landhandelsverbandes Bayern, müssen die Landwirte bei der Wahl zwischen mehreren Marktpartnern immer weitere Entfernungen überwinden.

Auf dem Agrarhandelstag 2013 am vergangenen Wochenende in München sagte Schweiger: "Gerade deshalb ist und bleibt ein starker privater, unabhängiger Landhandel die wichtigste Voraussetzung für faire Preise sowie kundenorientierte Angebote und Dienstleistungen". Wegen der zunehmenden Marktmacht auf der Verarbeiterseite, forderte er seine Kollegen auf, mehr über die Bündelung von Angeboten nachzudenken. Verstärkte Kooperation und Zusammenarbeit seien gefordert.

Keine Verbesserung sieht er bei den politischen Rahmenbedingungen für die Arbeit des Agrargewerbes. Bei der Nachhaltigkeitszertifizierung nach EU beziehungsweise DE-Standarts, "können nur Ignoranz, Unkenntnis und Gleichgültigkeit Pate gestanden haben", so Schweiger.

Heftige Kritik übte Schweiger auch an der Förderung für Bioenergie. Politisch motiviert und gesellschaftlich finanziert sei im Bereich Biogas ein künstliches Marktsegment geschaffen, "das unser Kerngeschäft Erfassung und Lagerung negativ beeinflusst". (HH)
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