Ländlicher Raum

Landkreis Cham erhält Auszeichnung

Noch in den 1980er Jahren sei der Kreis Cham durch hohe Arbeitslosigkeit, schwach entwickelte Infrastruktur und nur wenige Industrieansiedlungen gekennzeichnet gewesen, sagte Dr. Helmut Born, Vorsitzender der Deutschen Stiftung Kulturlandschaft (DSK). Aktuell liege die Arbeitslosigkeit in dem im Grenzgebiert zu Tschechien liegenden Kreis mit 126.000 Einwohnern bei unter drei Prozent. Seit der Öffnung der Grenze im Jahr 1989 habe der Landkreis konsequent auf die wirtschaftliche Entwicklung und Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen mit hohem Innovationspotenzial gesetzt. Auch habe der Landkreis überdurchschnittlich in den Faktor Bildung investiert. 

Mit hoher Priorität sei neben dem Ausbau der Verkehrswege auch die Einrichtung des Breitbandnetzes mittels Glasfasertechnik verfolgt worden. Derzeit seinen 85 Prozent der Fläche des Landkreises an diese Technik angeschlossen, in den nächsten zwei Jahren sollen es 100 Prozent sein, betonte der Landrat des Kreises Cham, Franz Löffler. Oberstes Ziel bei der Planung sei es gewesen, Wertschöpfungspotenzial durch die Ansiedlung von Unternehmen in der Region zu halten und neues zu gewinnen, so Löffler.

Damit gelinge es, entgegen dem allgemeinen Trend zur Landflucht, auch der jungen Generation berufliche Perspektiven in einer attraktiven Landschaft zu bieten, unterstrich DSK-Vorsitzender Born. Die Pflege der Kulturlandschaft werde insbesondere von wettbewerbsfähigen Milcherzeugern sowie einer umfassenden Produktion von Biomasse als erneuerbarem Energieträger gewährleistet. Rund 60 Prozent des Strombedarfs des Landkreises können hieraus gedeckt werden. Für die Entwicklung des Ausbaus der Energieversorgung befinden sich der Landkreis auch in einem ständigen "Energiedialog" mit den Bürgern. Au Gründen des Landschaftsschutzes  werde für eventuell notwendige Stromtrassen die Erdverkabelung bevorzugt, führte der Landrat aus. Auch die Windenergie besitze nur nachrangige Bedeutung (jst)       
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