Landtechnik

Landtechnik wird internationaler


Nicht nur in Europa sondern auch in China und Indien wurden in den vergangenen Jahren große Investitionen getätigt- Die Produktionskapaziäten wurden erheblich ausgebaut. "Aber wer soll die vielen Schlepper und Geräte kaufen", fragte heute Ulf Kopplin, Präsident des Bundesverbandes LandBau Technik auf der 3. landtechnischen Unternehmertagung in Würzburg. Dabei, so versicherte er auf Anfrage von agrarzeitung.de, hätten die Landmaschienenhersteller und auch die Händler historisch gute Jahre hinter sich. Die Umsatzsteigerungen lagen häufig im zweistelligen Bereich. Mittlerweile haben sich die Verhältnisse zunächst bei den Herstellern zwar erwartungsgemäß abgeschwächt, doch sieht Kopplin keinen Grund zur Klage.

Von deutschen Herstellern wird vor allem der Absatzeinbruch von etwa 25 Prozent am französischen Markt bedauert. "Doch muss man berücksichtigen von welch hohem Niveau man kommt", erklärt Kopplin vor den rund 1000 Tagungsteilnehmern. Dass der Verdrängungswettbewerb Auswirkungen auf die gesamte Branche haben wird, sei sicher. Vor allem das Angebot an Ackerschleppern wird wohl in Zukunft bunter und internationaler werden. Kopplin rechnet unter anderem mit einem größeren preiswerten Angebot aus asiatischer Fertigung. Man solle auch in qualitativer Hinsicht die Anpassungsfähigkeit chinesischer oder indischer Hersteller keinesfalls unterschätzen. "Es gab Zeiten, wo man auch die japanischen Autobauer nicht ernst nahm", erinnerte Kopplin.

Beim Landmaschinenhandel sind bislang noch keine wirklich gravierenden Umsatzeinbußen zu erkennen. Die wirtschaftliche Situation der meisten Unternehmen ist gut. Aber auch beim Handel wurde in den vergangenen Jahren sehr viel Geld in Größenentwicklungen gesteckt.

Nach Ansicht des bayerischen Landwirtschaftsministers Helmut Brunner spürt die Agrartechnik sehr rasch, ob die bäuerlichen Einnahmen gut oder schlecht sind. "Wenn ein Bauer in einem guten Jahr einen Euro verdient, dann werden im kommenden Jahr zwei Euro investiert," so der Minister. Nach seiner Meinung wird der technische Fortschritt in der Landwirtschaft besonders beim Smart Farming sichtbar. Dieses Thema nahm breiten Raum in der Diskussion auch am Rande der Veranstaltung ein. Fazit: Die Präzisionslandwirtschaft wird die Arbeitsweisen unabhängig von jeweiligen Strukturen revolutionieren, die Betriebsleiter entlasten und die Umwelt schonen (HH)      
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