Agritechnica

Landtechnikindustrie fährt auf Sicht


Die Agrartechnikbranche hierzulande wird im laufenden Jahr voraussichtlich Maschinen für knapp 7 Mrd. € verkaufen. Nach Angaben von Dr. Bernd Scherer, Geschäftsführer des VDMA Landtechnik in Frankfurt am Main, ist das ein Minus gegenüber 2014 von 10 Prozent.

"Das derzeitige Konjunkturtief hat seit 2014 geographisch betrachtet nahezu die gesamte Weltproduktion von Landmaschinen und Traktoren erfasst", sagte Scherer während der Vorpressekonferenz zur Agritechnica in Hannover. Er erwartet, dass der globale Produktionswert 2015 von 100 auf 91 Mrd. € absinken wird. In diesem Marktumfeld sei eine strikte Kostenorientierung geradezu zwangsläufig. Kapazitätsanpassungen, auch personeller Art, seien in den vergangenen Monaten vielerorts nicht zu vermeiden gewesen, so der Branchenexperte.

Heterogenes Bild rund um den Globus

Auf den globalen Schlüsselmärkten für Agrartechnik zeige sich ein heterogenes Konjunkturbild. Während in den USA beispielsweise ein großes Überangebot an Gebrauchtmaschinen bestehe, operiere China mit nur leichten Einbußen im Vergleich zu 2014. In Westeuropa habe das Vereinigte Königreich aktuell den stärksten Rückgang zu verzeichnen. "In Deutschland wird auf Sicht gefahren", sagte Scherer. Die Investitionsplanungen würden um rund 15 Prozent unter Vorjahr liegen.

Zur diesjährigen Agritechnica werden insgesamt 2.800 Aussteller aus 52 Ländern erwartet. Damit ist das Messegelände ausgebucht. Die Beteiligung aus dem Ausland entspricht einem neuen Höchststand.

Die meisten Aussteller kommen aus Italien, gefolgt von den Niederlanden, der Türkei, Frankreich und China, hieß es in Hannover. Die Zahl der Aussteller aus dem Inland ist gegenüber der Veranstaltung 2013 rückläufig. Die Agritechnica findet vom 10. bis 14. November 2015 in Hannover statt. (Sz)
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