Der Markt für Traktoren und Co. ist gesättigt.
-- , Foto: Ruth Rudolph/Pixelio.de
Der Markt für Traktoren und Co. ist gesättigt.

Im vergangenen Monat sind bundesweit insgesamt 2.153 Schlepper neu zugelassen worden. Gegenüber August 2014 bedeutet dies ein Minus von mehr als 10 Prozent, berichtete der VDMA-Fachverband Landtechnik in Frankfurt am Main.

Rückläufig sind die Zulassungsdaten vor allem in den Motorensegmenten zwischen 51 und 100 PS mit fast 23 Prozent sowie zwischen 101 und 150 PS (minus 18 Prozent). Schlepper mit einer Motorisierung bis 50 PS verbuchen im Jahresvergleich zuletzt ein Plus von 19 Prozent. Gemessen an den abgesetzten Stückzahlen sind die leistungsstarken Traktoren mit mehr als 150 PS auch im August die Gewinner am Markt (820, nach 924 im August 2014). Insgesamt fanden hierzulande seit Jahresbeginn 21.210 Schlepper neue Besitzer. Von Januar bis August 2014 waren es 23.055.

Agrartechniker müssen sparen

Die Agrartechnikbranche kämpft mit der Sättigung des Marktes. Im Jahr 2014 konnte die Industrie ihr Umsatzniveau noch nahe am Rekordwert des Vorjahres halten; dieses Jahr dürfte die Branche einen Umsatz von knapp 7 Mrd. € verzeichnen, im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 10 Prozent, schätzt der VDMA.

Die geringeren Auftragsbestände schlagen sich auf das Geschäftsklima der führenden Landtechnikfirmen nieder: Jeder zweite westeuropäische und nordamerikanische Unternehmensvertreter bezeichnete seine Geschäftslage laut einer kürzlich vom VDMA koordinierten Umfrage als unbefriedigend. Erste Anbieter haben bereits auf die Entwicklungen am Markt reagiert und ändern ihre Strategie: So hat die Agravis Technik Holding GmbH erst heute eine Neustrukturierung des Geschäfts angekündigt. Andere Anbieter mussten laut VDMA-Geschäftsführer Bernd Scherer „Kapazitätsanpassungen, auch personeller Art“, vornehmen. Mit anderen Worten: Die Landmaschinenhersteller müssen sparen, das kostet auch Arbeitsplätze.

Aufschwung ist definitiv vorüber

„Die Branche hat seit der letzten Rezession im Jahr 2009 einen enormen Aufschwung erlebt, der jetzt definitiv vorüber ist", sagte Scherer kürzlich. Er erwartet, dass der globale Produktionswert 2015 von 100 auf 91 Mrd. € absinken wird. In den etablierten Märkten Europas und Amerikas rechnet der VDMA mit einer Konsolidierung, in einigen Schwellenländern dürfte es weiterhin Expansionsmöglichkeiten geben.

Die Entwicklung ist vor allem dem sehr hohen landwirtschaftlichen Investitionsniveau der vergangenen drei Jahre geschuldet. Hinzu kommen geringere Einkünfte der Landwirte, die auf gesunkene Preise für Agrarerzeugnisse zurückzuführen sind. (Sz/az)
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