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Das nicht kalkulierbare Haftungsrisiko ist für über 60 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe die entscheidende Barriere, gentechnisch veränderte Pflanzen anzubauen. Diese Bedenken ließen sich durch einen Haftungsfonds aus der Sicht der Landwirte begrenzen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Meinungsumfrage des Osnabrücker Marktforschungsinstituts „Produkt + Markt“ im Auftrag des Deutschen Bauernverbandes (DBV). Befragt wurden über 900 konventionell wirtschaftende Landwirte mit Ackerbau und Tierhaltung mit Betrieben ab 30 Hektar Ackerfläche in Westdeutschland und 100 Hektar in Ostdeutschland. Zwei Drittel der befragten Betriebsleiter hatten Tierhaltung.

Laut der Umfrage sehen sich die Landwirte in der Gentechnikdebatte von zwei Seiten starkem Druck ausgesetzt: Gentechnisch veränderte Pflanzen werfen – so glauben es 83 Prozent der Landwirte – aus der Sicht der Verbraucher ein negatives Image auf die Landwirtschaft, informiert der DBV weiter. Zwei Drittel halten den Anbau aus Gründen der künftigen Wettbewerbsfähigkeit in sich weltweit erweiternden Märkten für notwendig. Derzeit sieht jeder zweite Landwirt keine Akzeptanz der Verbraucher für die Verwendung gentechnisch veränderter Pflanzen. Die Landwirte glauben somit, dass die Landwirtschaft zurzeit von einem Anbau eher Abstand nehmen sollte, obwohl das mögliche innovative Potenzial gesehen wird. Jeder zweite Landwirt (56 Prozent) sieht die Möglichkeit, über gentechnisch veränderte Pflanzen die landwirtschaftliche Erzeugung umweltfreundlicher zu gestalten und Pflanzenschutzmittel einzusparen. 27 Prozent der Bauern mit Viehhaltung haben sich nach der Umfrage grundsätzlich gegen den Einsatz der Grünen Gentechnik in der Fütterung ausgesprochen und würden dort keine Gentechnik einsetzen. (ED)

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