Landwirte nehmen weniger Geld für erneuerbare Energien in die Hand. Zwar ist der Wille zu investieren unverändert, doch die Summen sinken drastisch. Rund 39 Prozent der Landwirte wollen in ihre Betriebe in den kommenden sechs Monaten investieren, zeigt das Konjunkturbarometer Agrar, das der Deutsche Bauernverband (DBV) heute veröffentlicht hat. Das sind zwar ebenso viele Landwirte wie im Vorjahreszeitraum. Doch die Summe, die die Landwirte investieren wollen, schrumpft gewaltig. Nur noch bei 5,3 Mrd. € liegt das geschätzte Investitionsvolumen bis März 2012 und damit um ein Drittel niedriger als im Vorjahreszeitraum. Grund ist ein massiver Einbruch von mehr als 50 Prozent beim geplanten Investitionsvolumen in erneuerbare Energien. Nur noch 1,9 statt 4,2 Mrd. € im Vorjahr wollen Landwirte dafür bis zum Frühling ausgeben. Damit setzt sich ein Trend, der schon im Sommer sichtbar war, fort. Die neuen Förderbedingungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), die ab 2012 gelten, zeigen Wirkung. Bei der Biogaserzeugung könnte jedoch auch eine Wachstumsgrenze erreicht sein, mutmaßte der DBV-Generalsekretär Helmut Born heute vor Journalisten in Berlin.

Die geplanten Investitionen in Maschinen und Geräte, Wirtschaftsgebäude sowie in Hof- und Stalltechnik hingegen halten größtenteils ihr Niveau. Maschinen und Geräte sind derzeit sogar etwas mehr gefragt als im Vorjahreszeitraum. Dies ist gerade im Vorfeld der ab Mitte November stattfindenden Landtechnikmesse Agritechnica beachtlich. Für das Konjunkturbarometer Agrar befragte das Marktforschungsinstitut Produkt + Markt im September 2011 rund 1.000 Landwirte und Lohnunternehmer. Die Erhebung findet vierteljährlich im Auftrag des DBV, des VDMA Fachverbandes Landtechnik und der Landwirtschaftlichen Rentenbank statt. (sta)
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