Erdverkabelung

Landwirte fordern mehr Geld

Kurz bevor der Stromnetzbetreiber Tennet die Trassenplanung für die Gleichstromleitungen nach Süden bekannt gibt, meldet sich der Bayerische Bauernverband (BBV) zu Wort. „Grundstückseigentümer und Bewirtschafter sind vom Netzausbau – anders als der Großteil der Bevölkerung – direkt in ihrem Eigentum sowie den Nutzungsrechten betroffen“, sagt BBV-Präsident Walter Heidl. Deren Anliegen seien daher vorrangig und ausreichend zu berücksichtigen.

Erdkabel muss Ausnahme bleiben

Aufgrund des immensen Eingriffs in den Boden sieht der BBV die Erdverkabelung grundsätzlich kritisch. Sie müsse die Ausnahme bleiben und dürfe nur mit Zustimmung der Grundstückseigentümer erfolgen. Durch die von einer Erdverkabelung ausgehende Erwärmung des Bodens sei mit erhöhten Verdunstungs- und Austrocknungsraten zu rechnen. Daraus ergeben sich nicht nur übergangsweise, sondern dauerhaft erhebliche Beeinträchtigungen auf landwirtschaftlichen Flächen, befürchtet der BBV. Eine forstwirtschaftliche Nutzung sei dauerhaft unmöglich, da die Trasse frei von Bäumen gehalten werden müsse. Hinzu komme ein zusätzlicher Flächenverbrauch für die Übergangsbauwerke zwischen Freileitung und Erdkabel.

Wiederkehrende angemessene Vergütung

Für die Baumaßnahme fordert der BBV die Erstellung eines umfassenden Bodenschutzkonzeptes mit Begleitung unabhängiger Sachverständiger. Die bisherige einmalige Dienstbarkeitsentschädigung im Rahmen des Enteignungsrechtes müsse durch eine wiederkehrende angemessene Vergütung für die dauerhafte Belastung und Mitbenutzung der Grundstücke ergänzt werden. Die Inanspruchnahme zusätzlicher Nutzflächen für ökologischen Ausgleich bei Projekten der Energiewende wird vom BBV abgelehnt. Die Energiewende stelle an sich eine ökologische Maßnahme dar. Deshalb sei naturschutzrechtlicher Ausgleich nicht notwendig. (SB)
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