Report Düngemittel

Landwirte honorieren intelligente Technik


Die Gülle-Kurzscheibenegge begeistert junge Landtechniker während der Vorführung in Lommatzsch.
-- , Foto: Lomma Sachsen
Die Gülle-Kurzscheibenegge begeistert junge Landtechniker während der Vorführung in Lommatzsch.

Umgeben von kleinen und großen landwirtschaftlichen Betrieben liegt die sächsische Kleinstadt Lommatzsch. Im Ortskern erstreckt sich die Lomma Sachsen GmbH auf einem Betriebsgelände von 35000 Quadratmetern mit vier Produktionshallen von der Materialvorbereitung über Schweißen und Lackieren bis hin zur Endmontage. Das Landtechnikunternehmen ist für viele Landwirte und Lohnunternehmer aus der Region Dreh- und Angelpunkt. Hier kennen sich die Menschen persönlich und so mancher Gedanke aus der landwirtschaftlichen Praxis findet in der Fertigung seinen Platz.

Fünf Arbeitsbreiten erhältlich

In Lommatzsch entwickeln und fertigen 53 Mitarbeiter Maschinen und Geräte für die Landtechnik. „Wir antworten mit moderner Technologie auf die Anforderungen der Unternehmer und des Umweltschutzes“, heißt es in der Firmenbroschüre. Die motivierten Mitarbeiter mit ihrer langen Betriebszugehörigkeit sichern den Erfolg, weil jeder Einzelne bewusst Verantwortung für das Gelingen übernimmt. „Wir entwickeln und produzieren Agrartechnik mit intelligenten Lösungen“, sagt Mathias Hiekel, Betriebsleiter der Lomma Sachsen GmbH. Dazu gehören Boden- und Gülletechnik sowie Transportkipper und Bunkerhäcksler. Das fängt mit Kurzscheibenegge, Grubber, Tiefenlockerer, Ackerwalze, Strandharke und Wiesenwalze an und hört mit dem Zweiachs-Dreiseitenkipper auf. Ein weiterer Geschäftszweig ist die Lohnfertigung für unterschiedliche Branchen. Hell in der Sonne glänzt im Hof der Güllegrubber IN-Terra. Die Drei-Punkt-Maschine gibt es in fünf Arbeitsbreiten bis 7 Meter und ist damit für Großbetriebe, Lohnunternehmen und Maschinenringe interessant.

„Unsere Kunden haben genaue Vorstellungen darüber, was ihre Maschine leisten muss. Wir setzen diese Wünsche um“, sagt Hiekel. Der Grubber IN-Terra lässt sich mühelos als Reiheninjektor umbauen, wobei das Gerät in einen Bestand von bis zu 1 Meter fahren kann. Fast alle Maschinen sind gefertigt für Selbstfahrer oder Gülletanks. Bei einer Fahrgeschwindigkeit von bis zu 15 km/h wird die Gülle mit dem Injektor in den geöffneten Schlitz gelegt und vom zweiten Schar abgedeckt. Die Zinken dringen bis zu 20 Zentimeter tief in den Boden ein. Die robuste Bauweise verzeiht extreme Mengen organischer Massen an Zwischenfrüchten und Stroh besonders nach dem Winter.


Führung im Dialog
Lomma Sachsen blickt auf eine 150-jährige Unternehmensgeschichte zurück. Zum Leitbild gehören gegenseitiger Respekt, klare Ziele und eine dialogorientierte Führung. Seit 2014 ist der Belgier Marc van Goey alleiniger Geschäftsführer der Lomma Sachsen GmbH. Lomma ist weltweit vertreten. Im Vorjahr warb der sächsische Agrarminister Thomas Schmidt während seiner Chinareise für Agrartechnik aus Sachsen.

Lange Lebensdauer

Der Reinigungsaufwand ist gering, da die Gülle direkt in die Bodenrille geführt und sofort wieder geschlossen wird. Das Gerät efüllt die Anforderungen an die Ausbringungstechnik nach der neuen Düngeverordnung. Ein weiteres Produkt aus der IN-Serie ist die Güllekurzscheibenegge. Der Hersteller verspricht eine hohe Flächenleistung bei geringem Zugkraftbedarf und niedrigen Verschleißkosten. Erhältlich in vier Arbeitsbreiten von 4 bis 7,5 Metern und mit einer Arbeitstiefe von 15 Zentimetern bearbeiten die Scheiben den Boden. Wie in jedem Jahr findet im Herbst die Hausmesse Lomma 2017 statt. Dicht gedrängt stehen Landwirte an den Maschinen und tauschen ihre Erfahrungen aus. Und dabei entsteht wieder die ein oder andere Idee, wie es noch besser laufen könnte. Doch alleine kann heute ein mittelständisches Unternehmen nicht mehr alle Produktfelder abdecken. Deshalb hat sich Lomma Sachsen mit anderen Agrartechnikunternehmen aus Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt im Kompetenznetzwerk Agrartechnik Sachsen zusammengeschlossen. In diesem Verbund tauschen sich die Firmen untereinander aus. Jeder bietet nach seiner Kompetenz Geräte an. Diese Arbeitsteilung erlaubt die Fertigung von Nischenprodukten, die sich in einer Serienproduktion nicht rechnen würden. (da)
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