Landwirte dehnen in allen großen Erzeugungsländern den Weizenanbau weiter aus. Die Ertragsaussichten sind jedoch in einigen Regionen getrübt. Die globale Fläche könnte im Jahresvergleich um 1,5 Prozent wachsen, schätzt der Internationale Getreiderat (IGC). In seinem neuen Monatsbericht schränkt er allerdings ein, dass im globalen Durchschnitt die Erträge voraussichtlich sinken werden. Sie waren in der Saison 2011/12 vor allem durch außergewöhnlich hohe Ergebnisse in Russland und Kasachstan sowie in Australien nach oben gegangen. Deswegen rechnet der IGC damit, dass die Weizenerzeugung 2012/13 gegenüber dem Rekordergebnis der laufenden Saison um 15 Mio. t auf 680 Mio. t zurückfallen könnte. Außerdem erwartet der Getreiderat, dass der Verbrauch 2012/13 wieder auf Normalmaß schrumpfen dürfte. Im laufenden Wirtschaftsjahr geht wegen des knappen Angebots an Mais und Gerste ungewöhnlich viel Weizen in den Futtertrog.

Für 2011/12 hat der IGC seine Schätzung der globalen Weizenerzeugung nochmals nach oben angepasst. Er geht jetzt von 695 Mio. t aus, von denen bis Ende der Saison 211 Mio. t als Endbestände übrig bleiben. Das amerikanische Landwirtschaftsministerium USDA hat vor zwei Wochen Endbestände von 213 Mio. t geschätzt. Mit solchen Mengen, die 31 Prozent des hohen Jahresverbrauches 2011/12 entsprechen, ist die Versorgung vorerst äußerst komfortabel. (db)
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