Digitalisierung

Landwirte misstrauen Datensicherheit


Für den DLG-Trendmonitor Europe der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) werden regelmäßig 750 deutsche, 750 französische, 500 polnische und 350 britische Landwirte befragt. Die aktuelle Umfrage dreht sich um das Thema Digitalisierung und bessere Nutzung eigener Betriebdaten. Die Ergebnisse zeigen vor allem, dass sich viele Betriebsleiter bislang nur wenig Gedanken um das Thema gemacht haben. 

Zwar halten 26 Prozent der in Deutschland befragten Landwirte ein Datennutzungskonzept für notwendig. Mit 44 Prozent der hierzulande befragten Landwirte hat die überwiegende Mehrheit keine abschließende Meinung zu dem Thema.

Ein Viertel der deutschen Landwirte hat ein Datennutzungskonzept

Ein Teil der Landwirte digitalisiert den Betrieb allerdings bereits: 17 Prozent der befragten Landwirte in Deutschland erarbeiten aktuell ein betriebliches Datennutzungskonzept. Acht Prozent der Befragten haben bereits ein Konzept erarbeitet. Insgesamt bringt also ein Viertel der befragten Landwirte in Deutschland die betriebliche Digitalisierung mit Konzept voran. Im Vergleich zu den Landwirten in Frankreich (23 Prozent), Polen (16 Prozent) und Großbritannien (19 Prozent) sind die Landwirte in Deutschland damit führend.
Umgang mit Betriebsdaten
Betriebsrechner
Standard auf deutschen Betrieben: Landwirte erfassen im Betrieb anfallende Daten auf dem bertieblichen Rechner und werten die Daten mit betriebseigener Software aus. Bei großen Datenmengen stoßen Landwirte damit aber an Grenzen.

Speichern im Rechenzentrum
Die Cloud, also das Speichern von Daten in einem entfernten Rechenzentrum, kann neue Möglichkeiten der Datenverarbeitung bieten: Ein Dienstleister übernimmt Datenspeicherung, -aufbereitung und -auswertung.

Datennutzungskonzept
Landwirte müssen genau wissen, welche Fragen sie mit der Datenauswertung beantworten lassen wollen. Ein betriebliches Datennutzungskonzept legt die Ziele der Datenanalyse fest: Welche Daten sollen wo gespeichert werden und wer erhält Zugang.

Zweifel am Datenschutz

Unsicherheit besteht bei den befragten Landwirten im Punkto Datenschutz. Rund ein Drittel der Landwirte in Frankreich, Polen und Großbritannien weiß nicht, ob die Betriebsdaten in der Cloud sicher sind. In Deutschland kann rund ein Fünftel der befragten Betriebsleiter den Sicherheitsstatus nicht beurteilen. Betriebsleiter würden ohne Gewissheit über die sichere Speicherung der Daten nicht den Schritt in die Cloud gehen - die Datenunsicherheit bremst die Digitalisierung, so die Einschätzung der DLG. Dies verdeutliche die Notwendigkeit für die Anbieter, die Datensicherheit zu verbessern.

Umfassende Informationen einholen

Landwirte sollten sich vor dem Schritt in die Cloud umfassend über die Datenschutzrichtlinien der Anbieter informieren, rät dei DLG. Zu klären sind demnach Fragen zur Datenhaftung, zu Urheberrechten, zu Schutzrechten und ob die Daten verschlüsselt übertragen werden.

Zwar gebe es in Deutschland strenge Regeln für den Schutz Personen bezogener Daten, allerdings gelte bei Big Data-Dienstleistern oft internationales Recht mit weniger umfassendem Schutzstatus. Per Bestätigung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) durch Mausklick akzeptierten Anwender die Datenschutzstandards nach ausländischem Recht. Die AGB sind deshalb vor Vertragsabschluss genau zu prüfen, rät die DLG. (mrs)
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