Gute Entwicklungsperspektiven bescheinigen die Agrarminister in Rheinland-Pfalz und Thüringen ihren Landwirten. Kritik üben sie an einer Kürzung der Bundesmittel für den ländlichen Raum. Nach Ansicht von Ulrike Höfken, (Bündnis 90/Die Grünen) steht der Agrarsektor trotz aktueller Probleme in der Gemüse- und Schweinefleischbranche vor einer länger anhaltenden positiven Entwicklung. Während der Vorstellung des Landesagrarberichtes 2011 kritisierte Höfken die Bundesregierung, die eine Kürzung der Bundesmittel um 100 Mio. € bei der Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes ab diesem Jahr beschlossen hat. „Damit hat Berlin der Landwirtschaft und dem ländlichen Raum vor dem Hintergrund der abnehmenden EU-Mittel einen Bärendienst erwiesen", so die Ministerin.

Thüringens Agrarminister Jürgen Reinholz definierte heute in Erfurt bei der Präsentation des Agrarberichtes 2011 drei Herausforderungen, welche die Landwirte künftig meistern müssen: die globalisierten Agrar- und Energiemärkte bedienen, die zunehmenden Anforderungen der Verbraucher an die Qualität und Sicherheit von Lebensmitteln zu berücksichtigen sowie bei der Agrarproduktion den Natur-, Klima- und Tierschutz zu verbessern.

Nach den vorliegenden Zahlen betrug das Einkommen in der Landwirtschaft im Wirtschaftsjahr 2009/10 in Rheinland-Pfalz rund 37.590 €, in Thüringen waren es 25.200 €. Damit liegen beide Bundesländer über dem Bundesdurchschnitt von 22.800 €. Insgesamt sei im Berichtsjahr die Einkommenssituation unbefriedigend gewesen. Seit Mitte 2010 habe sich die Lage für die Landwirte wieder verbessert, erklärte Höfken. Beträchtlich gestiegen ist der Anteil der Ökofläche mit fast 9 Prozent in Rheinland-Pfalz. Dagegen hinkt der Anteil Thüringens mit 4 Prozent hinter den 6 Prozent im Bundesdurchschnitt hinterher. (az)
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