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Die Thüringer Landwirtschaft wird in den kommenden Jahren durch die nationale Umsetzung der neuen europäischen Agrarbeschlüsse stark beeinflusst. Ab 2005 sollte jeder Betrieb seine Lage neu bewerten, heißt es in der heutigen Ausgabe der Agrarzeitung Ernährungsdienst. „Derzeit diskutieren die Bundesländer, wie der deutsche Weg gestaltet werden soll“, erklärte Dr. Stefan Baldus, Staatssekretär im Thüringer Landwirtschaftsministerium (TMLNU) Ende dieser Woche in Erfurt auf der Jahrestagung der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL). Dass die Prämienrechte, einschließlich der Milchprämie im „Gleitflug“ in eine einheitliche Flächenprämie verschmelzen sollen, hält Staatssekretär Baldus für schwierig. In Thüringen setze man sich deshalb für einen längeren Anpassungszeitraum ein. Auch die von der Bundesregierung vorgesehene Aufteilung des nationalen Prämienvolumens, 35 Prozent nach der landwirtschaftlichen Nutzfläche und 65 Prozent nach dem regionalen Prämienanspruch, wird abgelehnt.

Erst allmählich werde vielen deutlich, dass sich die Bedingungen der Landwirtschaft in Thüringen mit der neuen Reform dramatisch verändern würden. Besonders stark werde die Milchbranche betroffen. Nur ein Teil der landwirtschaftlichen Betriebe könne das verkraften. Für den völligen Erhalt der Prämienzahlungen müssen die Betriebe in Zukunft zudem bestimmte Grundanforderungen im Rahmen der Cross Compliance erfüllen. Hier befürchtet Baldus, dass Maßnahmen aus dem gut funktionierenden Thüringer Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) verdrängt werden. Die im Zuge der Modulation frei werdenden Gelder sollen in Thüringen für die Fortsetzung vorhandener Agrarumweltmaßnahmen eingesetzt werden. (bbm)

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