Für einen Systemwechsel in der Agrarpolitik demonstrieren heute Landwirte vor dem Kanzleramt in Berlin. Sie wollen die Direktzahlungen an Arbeitsplätze binden. Rund 300 Landwirte von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) riefen Bundeskanzlerin Angela Merkel heute auf, sich in die Agrarpolitik stärker einzumischen.

Unter dem Motto „Angela, wir müssen reden" waren rund 40 von ihnen in einer elftägigen Sternfahrt aus Bayern, Niedersachsen und Hessen bis nach Berlin gefahren. Hauptforderung der Landwirte ist die Bindung der Direktzahlungen an den Arbeitskräftebesatz. Damit wollen sie Druck auf die Bundesregierung ausüben, dem Vorschlag von EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos, der die Direktzahlungen an Umweltmaßnahmen und Arbeitskräfte binden will, zuzustimmen. Das Bundeskanzleramt räumte einer Delegation der demonstrierenden Landwirte ein Gespräch mit dem Abteilungsleiter für die Agrarpolitik für Ende Juni ein. Die Bundeskanzlerin wird sich nicht mit den Demonstranten austauschen. Merkel fahre Ende Juni hingegen zum Bauerntag des Deutschen Bauernverbandes (DBV) nach Koblenz, heißt es dazu im Bundespresseamt. (sta)
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