Viele Rübenanbauer werden 2017 ihre Anbaufläche ausdehnen. Darüber hinaus gibt es aber auch Interesse in Betrieben, die bisher die Rübe noch nicht im Anbau hatten, teilt der Landwirtschaftliche Informationsdienst Zuckerrübe (LIZ) mit, der Anbauer der Zuckerproduzenten Pfeifer & Langen, Nordzucker AG und Suiker Unie berät. Vor allem in den Regionen Niederrhein, Westfalen und Könnern können sich Landwirte vorstellen, in den Anbau einzusteigen.

Dort hätten sich viele „Neuanbauer“ gemeldet und entsprechende Verträge gezeichnet, so der LIZ. Um auch in diesen Betrieben von Anfang an einen erfolgreichen Rübenanbau sicherzustellen, fanden in den vergangenen Wochen regional spezielle Veranstaltungen für die „Neuanbauer“ statt. Die hohe Teilnehmerzahl spreche dafür, dass sich die Landwirte auch persönlich um die neue Kultur im Betrieb intensiv kümmern wollen.

Die aktuelle Kampagne geht ihrem Ende entgegen. Nach mehr als 80 Tagen seien fast alle Rüben gerodet. Anfang Dezember sind bei Suiker Unie Anklam 68 Prozent und bei Nordzucker 83 Prozent (75 Prozent in Uelzen bis 86 Prozent in Klein Wanzleben) verarbeitet. Bei Pfeifer & Langen reicht die Spanne von 78 Prozent in Könnern bis 100 Prozent in Appeldorn. Die insgesamt guten Zuckererträge (bei Nordzucker etwa 14 bis 15 t/ha) zeigten in bestimmten Regionen allerdings eine relativ große Streuung, so der LIZ.

Südzucker auf freien Markt vorbereitet

Auch in der Südzucker-Region sind die Rüben weitgehend aus dem Boden und warten in Mieten auf den Transport zur Fabrik. Noch vor Weihnachten sollen die meisten Werke mit der Annahme abschließen. Auf einem freien Zuckermarkt, der in der EU und in Deutschland ab 1. Oktober 2017 beginnt, will Peter Bleser, Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) Marktverwerfungen nicht ausschließen. Sicher werde es zu Verwerfungen auf europäischer Ebene kommen, vermutet der Staatssekretär. Doch vertraue er auf die technologischen Entwicklungen und die Zuckerqualität, dass es zu keinem Einbruch kommen werde.

Dr. Thomas Kirchberg, Vorstandsmitglied der Südzucker AG, gab sich bei einem Pressegespräch in Offstein in der vergangenen Woche zuversichtlich, dass das Unternehmen für einen intensiven Wettbewerb gut gerüstet sei. Mit den Landwirten seien Anbauverträge sowie Konditionen für den Transport und Preise vereinbart worden. Produktion und Vertrieb seien ebenfalls auf die größeren Mengen und Kosteneinsparungen eingestellt. (SB/da)
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