Pflanzenschutz und Düngung

Landwirte sparen auf dem Acker

Die größten Rückgänge haben 2016 die Anbieter von Fungiziden erlebt. Der Umsatz sank in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um rund 16 Prozent, berichtete der Industrieverband (IVA) am Dienstag. IVA-Präsident Dr. Helmut Schramm wies allerdings darauf hin, dass es je nach Region und Anbaukultur Unterschiede gab. Anders als Getreidefungizide waren Fungizide im Kartoffel- und Weinbau im „Achterbahn-Sommer“, wie Schramm den Wechsel von Dürre und Starkregen beschrieb, durchaus gefragt.

Hohe Lagerbestände und Preisdruck

Das Herbizidgeschäft 2016 war ebenfalls deutlich schwächer. Als Grund nante der IVA-Präsident weniger Behandlungen im Herbst. Generell machten den Herstellern hohe Lagerbestände und Preisdruck zu schaffen. Über alle Produkte hinweg sank der deutsche Pflanzenschutzumsatz 2016 im Vergleich zum Vorjahr um etwa 11 Prozent auf rund 1,4 Mrd. €.  Auch 2017 ist das Geschäft schleppend angelaufen. „Es wird wieder ein schwieriges Jahr", folgerte Schramm als Bilanz der Umsätze im Frühjahr.

Die schwache Agrarkonjunktur hat auch Spuren im Mineraldüngerabsatz hinterlassen. Hier nennen die Hersteller allerdings traditionell keine Umsätze für Kalenderjahre, sondern Absatzzahlen für Wirtschaftsjahre. Ulrich Foth, Vorsitzender des IVA-Fachbereichs Pflanzenernährung, berichtete 2015/16 vor allem von erheblichen Einsparungen bei Phosphat-, Kali- und Kalkdüngern. Dagegen beobachte er eine seit Jahren stabile Nachfrage nach Stickstoffdüngern.

Es gibt zwar Jahresausschläge, aber der Absatz in der Saison 2015/16 hat nach Aussage von Foth mit 1,7 Mio. t im langfristigen Mittel gelegen. In Zukunft rechnen die Hersteller jedoch mit Einbußen aufgrund der Verschärfungen im Düngerecht. (db)
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