Die Landwirtschaft fürchtet sich vor den Risiken einer dauerhaften Speicherung von CO2 aus Kohlekraftwerken im Boden. Die Bundesregierung verabschiedete heute den dafür notwendigen Gesetzentwurf. Das Gesetz zur Demonstration und Anwendung von Technologien zur Abscheidung, zum Transport und zur dauerhaften Speicherung von Kohlendioxid (CO2) passierte heute das Bundeskabinett. Damit ist die gesetzliche Grundlage dafür geschaffen, dass CO2 in Gesteinsschichten unter der Erde gepresst werden kann. Wo das geschehen soll, dürfen allerdings die Länder entscheiden. In Brandenburg gibt es bereits weitreichende Planungen vom Energiekonzern Vattenfall für die CCS (Carbon Capture and Storage) Technologie. Dagegen formiert sich dort Widerstand in der Landwirtschaft. Der Bauernbund Brandenburg warnt seinen Wirtschaftsminister Ralf Christoffers, das CCS-Gesetz in Brandenburg umzusetzen. Man wolle nicht das „Versuchskaninchen" sein, sagte Bauernbund-Vorstandsmitglied Manfred Wercham, Ackerbauer aus Wilhelmsaue im Oderbruch. Auch der Deutsche Bauernverband (DBV) sieht die Technologie kritisch. „Mit dem Gesetzentwurf werden die Eigentumsrechte der betroffenen Grundstückseigentümer und Grundstücknutzer nicht hinreichend gewahrt", heißt es beim DBV heute. Außerdem seien die Auswirkungen einer CO2-Speicherung auf die Landwirtschaft weiterhin nicht vollständig absehbar. (sta)
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