Unter Landwirten wächst der Unmut über den ungeklärten Schadensersatz für Maisbestände, die mit gentechnisch veränderten (GV-)Sorten vermischt waren. Auf den Saatguthersteller Pioneer rollt eine Klagewelle zu. Der Deutsche Bauernverband (DBV) erwartet vom Züchtungsunternehmen Pioneer, welches das nicht mehr verkehrsfähige Saatgut in Verkehr gebracht hat, den betroffenen Landwirten kurzfristig und unbürokratisch Schadensersatz zu leisten. Die Landwirte, deren Maissaatgut eventuell mit GV-Sorten vermischt war, haben ihre Bestände mittlerweile umbrechen müssen. Die Agrarbehörden gehen bundesweit von bis zu 3.000 ha aus. Der DBV bemängelt, dass Pioneer sein Angebot für eine einvernehmliche Schadensregulierung ausgeschlagen hat. Nun ruft er seine Mitglieder auf, Klage auf Schadensersatz gegen Pioneer einzureichen. Der DBV und seine Landesverbände werden den Landwirten bei den Klageverfahren gegen Pioneer zur Seite stehen, heißt es heute.

Die niedersächsischen Behörden hatten im Frühjahr in Partien von Maissaatgut GVO-Spuren festgestellt. Eine Warnung gab es jedoch erst nach der Aussaat. Seither schieben sich Behörden und der Vertreiber des Saatgutes Pioneer gegenseitig die Schuld zu. (sta)
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