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Pessimismus hat sich in der Landwirtschaft breit gemacht. Das geht aus dem vom Deutschen Bauernverband (DBV) veröffentlichten Konjunkturbarometer hervor. Es ist im März/April auf 4,1 Punkte abgestürzt gegenüber 12,0 Punkten im Dezember 2008. Ausschlaggebend für den Rückgang der Stimmung sind nach Bewertung des DBV die von den Landwirten deutlich schlechter eingeschätzten Erzeugerpreise für Milch, aber auch für Getreide und Schweine.

Mit der Stimmungslage ist auch die Investitionsneigung der Landwirte deutlich zurückgegangen. Nur noch gut jeder dritte Landwirt will in den nächsten sechs Monaten investieren. Vor einem Jahr war es noch fast jeder zweite. Insbesondere bei Wirtschaftsgebäuden sowie bei Maschinen und Hoftechnik ist die Investitionsneigung rückläufig. Im Bereich der Erneuerbaren Energien allerdings planen die Landwirte mehr zu investieren.

Zwischen den Betriebsformen sind deutliche Unterschiede in der Stimmungslage feststellbar. Die Milchviehhalter bewerten ihre aktuelle Situation aufgrund der Preisentwicklung besonders negativ, gefolgt von den Ackerbauern und den Schweinehaltern. Die Schweinehalter, die im zweiten Halbjahr 2008 im Durchschnitt noch eine bessere wirtschaftliche Stimmungslage vermeldeten, beklagen jetzt ebenfalls eine Verschlechterung ihrer Situation. Neben der Erzeuger- und Betriebsmittelpreisentwicklung nennen die Landwirte vermehrt ungleiche EU-Wettbewerbsverhältnisse als Grund für ihre schlechtere Lage.

Für die kommenden zwei bis drei Jahre beurteilen die Landwirte aber ihre wirtschaftliche Perspektive unverändert im Vergleich zu Dezember 2008. Insbesondere die Schweinemäster blicken nach wie vor optimistischer in die kommenden Jahre.(ED)

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