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Der Beschluss der EU, künftige Ausgleichszahlungen an die Landwirtschaft als regionale Flächenprämie vorzunehmen, ermögliche ein marktorientiertes Verhalten der Bauern. Bärbel Höhn, nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerin, bekräftigte in einer Pressemitteilung, sie begrüsse die am 12. März vorgelegte Stellungnahmne des Bundesrates zum Gesetzentwurf zur Umsetzung der EU-Agrarreform in Deutschland. Sie lehne das Betriebsmodell ab, da sie die aktiven und nicht die "Sofa-Bauern" unterstützen will. Es führe zu Wettbewerbsverzerrungen, wenn ein Landwirt, der in der Vergangenheit Bullen gemästet habe, seine hohen Prämien auch dann weiter erhalte, wenn er die landwirtschaftliche Produktion einstelle. Ehemalige Bullenmäster hätten aufgrund der ihnen auch künftig zustehenden, auf vergangenen Leistungen beruhenden, Zahlungen, einen "gravierenden Vorteil, der durch nichts gerechtfertigt ist". Für Grünland, den Angaben von Höhn zufolge besonders wichtig für die Kulturlandschaft, sei bisher keine Prämie gewährt worden. Dies sei auch ein Grund, weshalb das Prämienmodell begrüssenswert sei, da es zu mehr Chancengleichheit führe.

Es werde nur durch inhaltliche Überzeugungsarbeit gelingen, die notwendige finanzielle Unterstützung der Landwirtschaft über das Jahr 2012 hinaus zu sichern. Die durch die Landwirte "auf jedem Hektar des Landes" erbrachten gesellschaftlichen Leistungen müssten deutlich gemacht werden. Eine mehrjährige Übergangsphase bis zur einheitlichen Flächenprämie sei notwendig, um zu große Prämienverschiebungen zwischen den Betrieben zu vermeiden, führte Höhn weiter aus. (ED)

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