Bisher liegen die von der Bundesregierung verfolgten Ziele für eine nachhaltige Landbewirtschaftung noch in weiter Ferne. Ein Bericht des Statistischen Bundesamtes für 2010 mahnt größere Anstrengungen beim Stickstoffmanagement an. Die Bundesregierung hat sich in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie das Ziel gesetzt bis Ende 2010 den Stickstoffüberschuss auf 80 kg/ha landwirtschaftlich genutzter Fläche zu senken. Das wird laut dem Nachhaltigkeitsbericht des Statistischen Bundesamt von dieser Woche nicht mehr zu schaffen sein, denn alles deutet auf einen N-Überschuss von 100 kg/ha für dieses Jahr hin. Auch das Ziel, den Ökolandbau auf 20 Prozent der Landwirtschaftsfläche zu steigern, liegt in weiter Ferne. Aktuell bewirtschaften Landwirte nur gut 6 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche nach den Richtlinien des Ökolandbaus. Unzufrieden sind die Statistiker auch mit dem Flächenverbrauch. Bis 2020 wollte die Bundesregierung den täglichen Zuwachs an Siedlungs- und Verkehrsfläche auf 30 ha senken. Derzeit stockt dies allerdings bei rund 90 ha.

Den Bericht über den Stand der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung übergab der Präsident des Statistischen Bundesamtes Roderich Egeler in dieser Woche Kanzleramtsminister Ronald Pofalla. „Der Bericht ist uns Ansporn, bei unseren Anstrengungen zur Umsetzung der Strategie nicht nachzulassen", sagte Profalla in Berlin. Seit 2006 analysiert das Statistische Bundesamt die Entwicklung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie. Von insgesamt 35 Zielen, die neben der Landbewirtschaftung auch Klimaschutz, Bildung, Beschäftigung oder Perspektiven für Familien umfassen, laufen 2010 rund 19 in die gewünschte Richtung. (sta)
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