Wenn in diesem Herbst Raps ausgesät wird, der keine insektizide Beizausstattung hat, stellt das die Landwirtschaft vor große Herausforderungen. Das wird bei den DLG-Feldtagen deutlich. Dr. Helmut Schramm vom Industrieverband Agrar (IVA) zeichnet ein besonders düsteres Bild: „In Regionen mit hohem Rapserdflohbefall wird ein Rapsanbau nicht mehr möglich sein.“ Denn gegen die Pyrethroide, mit denen Landwirte nun nach dem Auflaufen gegen die Schädlinge vorgehen sollen, sind viele Tiere bereits resistent.

Die insektiziden Beizen sind von der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde Efsa zum Schutz der Bienen für zwei Jahre aus dem Verkehr gezogen worden. Dabei habe es noch nie Bienenschäden von gebeiztem Raps gegeben, ärgert sich der Präsident des Thüringer Bauernverbands Helmut Gumpert. Imker hätten von der Rapsblüte und zusätzlichen Honigernte immer profitiert. In der Regel bestehe eine gute Nachbarschaft zwischen Landwirt und Imker.

Durch Beizen seien aber Bienen zu Schaden gekommen, darum gebe es nun diese überstarke Reaktion versucht Dr. Udo Heimbach, vom Julius-Kühn-Institut (JKI) um Verständnis zu werben. Nun sei auf europäischer Ebene eine Handlungsweisung in Arbeit, die den sicheren Umgang mit Insektizid-gebeiztem Saatgut beschreibt. Hier hofft er, könnten weitere Forschungsergebnisse einfließen, die technische Verbesserungen der Saatguthaftung und in der Aussaattechnik belegen. (brs)
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