Private Molkereien

Langfristig gute Aussichten


Die gesamte Milchwirtschaft hat sowohl in der Menge als auch im Preis zwei Rekordjahre hinter sich. Anlässlich der Mitgliederversammlung seines Verbandes im oberbayerichen Finning, erklärte der Präsident des Verbandes der Bayerischen Privaten Milchwirtschaft (VBPM), Robert Hofmeister, dass der aktuelle Preisrückgang nicht die Folge eines Anstiegs der Milchmenge wegen dem Auslaufen der Quote sei. Vielmehr sei dafür eine internationalen Nachfrageschwäche verantwortlich. Angesichts des russischen Handelsembargos kann dies nicht überraschen. „Russland ist das größte Käseimportland der Drittstaaten", so Hofmeister. Dazu kommt noch eine Kaufzurückhaltung Chinas. Die aktuellen europäischen Milchmengen zeigen einen leichten Rückgang um 2 % zum Vorjahr. Von einerenorme Produktionssteigerung, wie von einigen Gruppierungen vermutet wurde, könne also keine Rede sein.

Durch Innovation und Markenpflege erfolgreich

Die Nachfrage nach Milchprodukten nimmt vor allem in den Drittstaaten zu. Mit der Bevölkerungsentwicklung und der Veränderung der Essgewohnheiten wächst die globale Bedeutung der europäischen Produkte. Der VBPM-Präsident geht davon aus, dass sich der Milchmarkt mittel- bis langfristig positiv entwickelt. Das ändert jedoch nichts an den kurzfristig durchaus volatilen Marktentwicklungen. „Die privaten Molkereien sind durch ihre Innovationen und Markenpflege besonders erfolgreich am Markt", so Hofmeister.

Transparenz schafft Vertrauen

Das Wissen um moderne Produktionstechniken schwindet und es entsteht ein verzerrtes Bild von der Landwirtschaft, das häufig durch die Medien aufgegriffen wird, bedauert Hofmeister. Durch sachliche Informationen und der konsequenten Weiterentwicklung von QM-Milch werde die Branche dem entgegenwirken. QM-Milch schafft durch die Dokumentation - und damit der Transparenz der Prozessqualität - Vertrauen in die Produkte und Herstellverfahren.

Der Bayerische Privatverband vertritt die Interessen von knapp 40 Mitgliedern. Im Freistaat nehmen die privaten Molkereien eine starke Stellung ein, sie verarbeiten mehr als 50 % der ca. 8 Mio. t in Bayern erzeugten Milch.(HH)
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