Getreidehandelstag

Lanze brechen für Proteingehalt


Der Proteingehalt als Indikator für die funktionellen Eigenschaften von Weizenmehlen sei ein "anerkanntes Handesmerkmal". Mit dieser Feststellung brachte Volker Schneeweiß von der Kampffmeyer Mühlengruppe Bedenken dagegen vor, einen festen Proteingehalt als Qualitätsparameter in Kontrakten zu streichen.

Es gebe zwar züchterische Fortschritte, die den Proteingehalt als Gradmesser für bestimmte Backeigenschaften weniger wichtig machten. Der Ruf nach einer Sorteneinstufung unabhängig vom Proteingehalt sei daher nachvollziehbar, sagte Schneeweiß auf dem Getreidehandelstag Mitte der Woche auf Burg Warberg. Doch in Verhandlungen auch mit Mehlkunden sei der Proteingehalt eine "gelernte Größe".

Die Entwicklung neuer Methoden zur Beurteilung der Kleberqualität laufe zwar bereits auf Ebene der Forschung. Doch bis diese Methoden einsatzfähig seien, werde noch Zeit vergehen, unterstrich Schneeweiß und brach daher "eine Lanze für den Proteingehalt".

Neue Bewertungskriterien für Backeigenschaften könne die Mühlenbranche nicht alleine bringen, appellierte der Kampffmeyer-Vertreter an die Zuhörerschaft aus dem Getreidehandel. Gemeinsam müssten die Beteiligten der Lieferkette Getreide den Beweis erbringen, dass "die Backeigenschaften bei bestimmten Weizensorten auch bei niedrigeren Proteingehalten identisch sind". (pio)
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