Lebensmittelabfälle besser nutzen


Erneuerbare Rohstoffe sollen Mineralöl ersetzen. Die EU-Kommission stellt dazu eine Strategie für eine nachhaltige Bioökonomie vor. „Europa muss den Schritt zu einer von fossilen Energieträgern unabhängigen Wirtschaft wagen", betonte EU-Forschungskommissarin Maire Geoghegan-Quinn am Montag in Brüssel. Stattdessen solle die Wirtschaft auf biologischen Ressourcen aufbauen. Dazu hat die EU-Kommission heute eine Strategie vorgestellt, mit der sie die Umstellung auf eine stärkere Nutzung von erneuerbaren Rohstoffen unterstützen will. Einer nachhaltigen Landwirtschaft als Lebensmittel-, Rohstoff-  und Energielieferant käme dabei eine entscheidende Rolle zu. Die Strategie sei weder mit zusätzlichem Geld noch mit neuen Gesetzen verbunden. Ihr käme es darauf an, die Ziele einer Bioökonomie klar hervorzuheben und die Politik auf die Potentiale aufmerksam zu machen, betonte die irische Forschungskommissarin. Neue Technologien, die Vernetzung von Forschungsanstrengungen zwischen den EU-Mitgliedstaaten und die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit des Bioökonomiesektors stünden dabei im Mittelpunkt. Herkömmliche Biokraftstoffe spielen in der Strategie für nachhaltige Bioökonomie wegen der umstrittenen Klimaeffekte nur eine untergeordnete Rolle. Hier wird lediglich gefordert, die 2. Generation von Biotreibstoffen aus pflanzlichen Abfallstoffen verstärkt zu erforschen. In Kürze will die EU-Kommission eine neue Studie zur Ökobilanz von Biokraftstoffen vorlegen.

Konkret beschreibt die heute vorgestellte EU-Strategie, dass Bioabfälle als Kompost Düngemittel ersetzen oder zu Energie umgewandelt werden könnten. „Mit den Abfällen könnten bereits 2 Prozent der EU-Ziele für die erneuerbaren Energien umgesetzte werden", sagte Geoghegan-Quinn. Die Entsorgung von Lebensmittelabfällen koste den Steuerzahler zwischen 55,00 und 90,00 €/t und verursache zudem in der EU rund 170 Mio. t Treibhausgasemissionen. (Mö)
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