Umfrage

Lebensmittelhandel mit Holland wächst

Deutschland ist für die Niederlande der wichtigste Handelspartner. Das haben der Kreditversicherer Euler Hermes und die Deutsch-Niederländische Handelskammer bei einer Umfrage unter 75 niederländischen und 150 deutschen Exportunternehmen herausgefunden. Mit 82 Prozent wird Deutschland demnach von den niederländischen Unternehmern am häufigsten genannt, wenn es um den Ausbau der Geschäftsaktivitäten geht. Die Deutschen wiederum setzen zu jeweils einem Drittel auf Europa, China und die USA.

Zurzeit noch unterrepräsentiert

Besonders viel Potenzial bietet der deutsche Markt für Bio-Lebensmittel den niederländischen Exporteuren, so Euler Hermes. Der Kreditversicherer schätzt, dass der Markt in den kommenden Jahren auf rund 15 Mrd. € anwächst. Die meistgekauften Produkte seien Gemüse, Fleisch und Milcherzeugnisse: „Genau dort sind niederländische Unternehmen insgesamt gut aufgestellt“, sagt Ludovic Subran, Chefvolkswirt der Euler Hermes Gruppe. Im Biosegment jedoch seien die Niederländer mit Exporten nach Deutschland von nur 1 Mrd. € im Jahr unterrepräsentiert. Euler Hermes schätzt das zusätzliche Ausfuhrpotenzial der Niederländer nach Deutschland im Bereich Bio auf 5 Mrd. € bis 2020.

Für 2016 geht der Kreditversicherer davon aus, dass Deutschland seine Exporte in die Niederlande um 5,6 Mrd. € steigern wird. Davon sollen nach der Chemieindustrie vor allem die Lebensmittelwirtschaft profitieren, die zusätzliche Produkte im Wert von 0,8 Mrd. € Richtung Niederlande liefern soll.

Umgekehrt sollen die Holländer im kommenden Jahr ihre Exporte Richtung Deutschland um 4,8 Mrd. € steigern. Die Lebensmittelwirtschaft steht hier an erster Stelle: Auf sie entfallen zusätzliche Ausfuhren von 1,1 Mrd. €. (pio)
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