Geflügelhaltung

Leguminosenmix kann helfen Soja zu sparen

In dem über drei Jahre laufenden Projekt wurden Fütterungsversuche mit Bio-Broilern, Puten und Legehennen veranstaltet. Die Forscher verglichen eine getoastete und eine ungetoastete Variante. Beide Futtermittel zeigten keine großen Unterschiede bezüglich der umsetzbaren Energie und der Verdaulichkeit des Rohproteins. Allerdings war die Verdaulichkeit der getoasteten Variante bei allen drei Geflügelarten besser. Daraus schließen die Wissenschaftler wiederum, dass beim Toasten weder das Rohprotein noch die Aminosäuren geschädigt werden. 


Leistungseinbußen ab Anteilen von 20 Prozent

Bei den Versuchen konnten beide Futtermittel mit einem Anteil von bis zu 20 Prozent eingesetzt werden, ohne dass es zu Leistungseinbußen kam. Puten tolerierten sogar bis zu 30 Prozent. Über alle Geflügelarten hinweg konnte so etwa die Hälfte der üblichen Sojamenge eingespart werden. Der Anteil von Sojakuchen liegt in Standardrationen bei 20 und 30 Prozent.

Beim betriebswirtschaftlichen Vergleich mit einem Standardfuttermittel auf Sojabasis erzielt die ungetoastete Variante eine Ersparnis von knapp 90 Cent/100 kg Ökolandbau und 1,25 €/100 kg in der konventionellen Fütterung. Die getoastete Leguminosen-Alternative war dagegen um 83 Cent (ökologisch) oder 75 Cent (konventionell) teurer als die Sojavariante. 


Die Studie wurde von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) als Projektträger betreut. Rohe Körnerleguminosen wie Süßlupine, Ackerbohne und Erbse gelten als wichtige heimische Eiweißfuttermittel, insbesondere im ökologischen Landbau. Sie enthalten allerdings sogenannte antinutritive Substanzen, die sich negativ auf die Verdaulichkeit und damit auf die Leistung von Nutztieren auswirken können. (az)



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