Leopoldina sieht Biosprit kritisch

Nach Ansicht der Nationalen Akademie der Wissenschaften beanspruchen Biokraftstoffe zu viel Fläche. EU-Ausbauziele seien zu überdenken. Auch Biogas sehen Wissenschaftler der Leopoldina kritisch, zeigt eine Stellungnahme, die heute veröffentlicht worden ist. „Bioenergie als nachhaltige Energiequelle kann für Deutschland heute und in Zukunft keinen quantitativ wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten", heißt es darin wörtlich.

Zur Begründung nennen die Wissenschaftler den hohen Flächenverbrauch sowie Umweltbeeinträchtigungen. Zudem konkurriere Bioenergie potenziell mit der Herstellung von Nahrungsmitteln. Vorrang solle der Einsparung von Energie sowie der Verbesserung der Energieeffizienz gegeben werden. Die Wissenschaftler fordern außerdem die Bundesregierung auf, darauf hinzuwirken, dass auch die Energiepolitik in Brüssel korrigiert wird. Vor allem das Ausbauziel, bis zum Jahr 2020 den Anteil von Biokraftoffen auf 10 Prozent zu erhöhen, sollte überdacht werden.

Die Wissenschaftsakademie Leopoldina in Halle ist das wichtigste wissenschaftliche Beratungsgremium in Deutschland. Seit 2008 hat sie den Status als Nationale Akademie. (db)
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