Zum Feldtag der SKW Piesteritz im Frühsommer ist der Mais noch grün. Anschließend folgte eine lange Trockenperiode.
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Zum Feldtag der SKW Piesteritz im Frühsommer ist der Mais noch grün. Anschließend folgte eine lange Trockenperiode.

Raps war wieder einmal die Kultur, die 2016 am meisten enttäuschte. Im Mittel wurden 4,7 t/ha geerntet. Das sind annähernd 10 Prozent weniger als im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre. In einem Versuch, der die zu vermutende Bedarfsberechnung nach der bevorstehenden neuen Düngeverordnung vorausnahm, erreichte die zweigeteilte N-Düngung von 195 kg N/ha mit Piamon 33-S einen Ertrag von 4,5 t/ha und die zusammengefasste Stickstoff (N) -Gabe mit Raps Power, einem N-stabilisierten schwefel- haltigen Mischdünger, mit geringerem Einsatz von 10 kgN/ha einen Ertrag von 4,9 t/ha. Das bedeutet bei geringerem N-Aufwand einen Mehrertrag dank Stabilisierung von rund 10 Prozent und die zusätzliche Einsparung einer Überfahrt.

Der Winterweizen hatte zwar nicht geprahlt, lag aber mit 10,3 t/ha um 5 Prozent unter dem Durchschnittsertrag der drei vorausgegangenen Jahre. Auch hier zeigten die N-stabilisierten Düngungssysteme bei der Prüfung von zwei unterschiedlichen Aufwandmengen beachtliche Wirkungen (siehe Grafik). Die N-stabilisierten Dünger und Mischungen konnten signifikante Mehrerträge zwischen 0,3 und 0,7 t/ha bei nahezu gleichen Rohproteingehalten erzielen. Die Gaben wurden von vier auf zwei reduziert. Auch die N-Bilanz bleibt bei den N-stabilisierten Düngern mit Werten zwischen plus 4 und plus 20 kgN/ha deutlich unter den Anforderungen nach der bisherigen Vorschrift von plus 60 kgN/ha und mit der Novelle der Düngeverordnung zukünftig plus 50 kgN/ha. Dies stellt einen Vorteil von durchschnittlich 10 kgN/ha gegenüber konventionellem Vergleichsdünger dar.

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Auch bei Wintergerste lag der Ertrag des Jahres 2016 mit rund 10 t/ha um 6 t/ha unter dem dreijährigen Durchschnitt. Die Einmalgabe des N-stabilisierten Düngers Getreide Power erzielte im Vergleich zur dreigeteilten N-Gabe von Piagran 46 einen Mehrertrag von 2 t/ha und bei den Flüssigdüngern konnte Alzon flüssig im Vergleich zu Piasan 28 in Hybridgerste einen Mehrertrag von plus 0,15 t/ha erreichen.

Die Beobachtungen in den Versuchen am Versuchsstandort Cunnersdorf von SKW Piesteritz decken sich nach den bisherigen Auswertungen mit den Ertragsergebnissen in der Landwirtschaft – wenn auch auf einem etwas höheren Ertragsniveau – recht gut. Die Ursachen für die geringeren Erträge 2016 sind vor allem im Witterungsverlauf zu suchen. Der vergleichsweise kalte März und April sowie der trockene Mai und die insgesamt geringere Globalstrahlung erscheinen als mögliche Ursachen für die geringeren Erträge am wahrscheinlichsten.

Michael Fuchs, Anwendungsforschung Cunnersdorf, SKW Piesteritz
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