Milchmarkt

Lidl-Milch ab Oktober teurer


Lidl zahlt mehr für die Milch, umstritten ist, ob das Geld bei den Milchviehhaltern ankommt.
-- , Foto: Steffen Bach
Lidl zahlt mehr für die Milch, umstritten ist, ob das Geld bei den Milchviehhaltern ankommt.

Nach der Ende August erfolgten Ankündigung von Lidl Deutschland, die Einkaufspreise für Milchbasis-Produkte stabil zu halten, hat das Unternehmen in einem erneuten Gespräch mit dem Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, neue Maßnahmen angekündigt: Lidl will den Einkaufspreis für Trinkmilch ab dem 1. Oktober dieses Jahres um 5 Cent erhöhen. „Dieses Signal seitens Lidl ist ein weiterer Schritt, um angesichts der angespannten Lage auf den Agrarmärkten unsere Milcherzeuger zu unterstützen“, betonte Rukwied. Jetzt komme es darauf an, dass auch weitere Lebensmitteleinzelhändler diesem Schritt folgen und ihren Teil der Verantwortung für die Lebensmittelkette übernehmen. „Ich erwarte zudem, dass nach der Einkaufspreiserhöhung für Trinkmilch in einem nächsten Schritt auch für andere Molkereiprodukte ein entsprechendes Verantwortungsbewusstsein gezeigt wird“, so der Appell des DBV-Präsidenten an die Marktbeteiligten.

AbL: Lidl soll Mengenbegrenzung durchsetzen

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) fordert die Lidl-Einkäufer auf, eine echte Preiswende einzuleiten. Die Handelsketten müssten dafür sorgen, dass mit den höheren Ladenpreisen letztlich nicht vor allem Billigexporte der Molkereiwirtschaft in die weite Welt bezahlt werden, warnt der stellvertretende AbL-Bundesvorsitzende Ottmar Ilchmann. Lidl und andere Handelsketten sollten daher für Preiserhöhungen von den Molkereien Gegenleistungen verlangen. „Die Molkereien müssen dazu gedrängt werden, einen Bonus an diejenigen Milcherzeuger zu zahlen, die für eine gewisse Zeit weniger Milch abliefern und so einen aktiven Beitrag leisten, um im Sinne aller Milchbauern von den preisdrückenden Überschüssen im Milchmarkt wegzukommen“, fordert Ilchmann.

Preiserhöhungen müssen beim Bauern ankommen

„Anders als die Bauern leben die Molkereien mit den preisdrückenden Milchüberschüssen ganz gut“, stellt die AbL fest. Der Handel müsse aufpassen, dass die Preiserhöhungen bei den Bauern ankommen und nicht von einzelnen Molkereien dazu genutzt werden, um die Lagerbestände billig in andere Kontinente zu verschiffen. „Das wäre dann eine Exportförderung mit dem Geld von Verbraucherinnen und Verbrauchern. Das wollen wir Milchbauern nicht“, mahnt der stellvertretende AbL-Vorsitzende. (SB)
stats