Lidl spricht seit neuestem Großproduzenten von Obst und Gemüse direkt an, um mit ihnen Lieferverträge zu schließen. Branchenkenner sehen darin einen letzten Schritt zu einem durchgängig integrierten System, berichtet die Lebensmittelzeitung. Die Großproduzenten, die direkte Verträge mit den Neckarsulmern schließen, können ihre Lieferungen direkt zu den Fruchthöfen lenken, die für Lidl die Logistik übernehmen.

Mit diesen Fruchthöfen sei Lidl gut das Thema Regionalität vorbereitet, so die Lebensmittelzeitung. Der Discounter überlässt die Fein-Distribution in Deutschland einem guten Dutzend mittelständischer Unternehmen. Weil diese Betriebe dem rasanten Wachstumstempo des Discounters in puncto Investitionsbedarf nicht mehr folgen können, bringt sich der Discounter bei der Erweiterung der Logistik-Standorte selbst ein und finanziert die Neubauten. Anschließend lässt er sie von den bewährten Partnerunternehmen betreiben. Neue Standorte sind bereits für Frankfurt und Hildesheim in der Planung.

Von der Produktion selbst lassen die Neckarsulmer jedoch weiterhin die Finger. Die landwirtschaftliche Erzeugung ist sehr volatil, und das kann ein Händler, dessen Image gerade in der Frische von verlässlicher Lieferung abhängt, nicht gebrauchen. Lieber stecken die Neckarsulmer ihre Manpower in die Erweiterung des Obst- und Gemüse-Sortiments. (az)
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