Ohne Gentechnik

Lidl startet Offensive


Lidl will beim Thema „Ohne Gentechnik“ eine Vorreiterrolle übernehmen. Seit heute wird bundesweit in allen Filialen Frischmilch der Eigenmarke Milbona mit dem Label „Ohne Gentechnik“ angeboten. Der Preis für die Milch wurde nicht erhöht. Lidl spricht von einer „Qualitätsoffensive“ und begleitet die Umstellung mit einer Werbekampagne. Unter dem Motto „Gen over“ verweist der Discounter darauf, der erste Händler zu sein, der bundesweit eigene Milchprodukte „Ohne Gentechnik“ anbietet.

VLOG-Label
Lebensmittel mit der Kennzeichnung "Ohne Gentechnik" dürfen keine gentechnisch veränderten Organismen (GVO) enthalten oder daraus hergestellt werden. Bei tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Milch oder Eiern sowie bei Lebensmitteln, die tierische Produkte enthalten, gilt zusätzlich: Sie dürfen die Kennzeichnung "Ohne Gentechnik" nur dann tragen, wenn auch die Tiere selbst innerhalb strenger Fristen nicht mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert wurden. Vergeben wird das Label vom Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG).
Begonnen hat die Umstellung im Juli 2015. Seitdem stehen in den bayerischen Filialen Frischmilch und H-Milch aus seinem Eigenmarken-Sortiment mit der Zertifizierung „Ohne Gentechnik" im Regal. Anschließend folgte bei Frischmilch Schritt für Schritt die weitere Umstellung, die nun abgeschlossen ist. Ab August sollen auch die Käsesorten Emmentaler sowie Wiesenländer der Eigenmarke das VLOG-Label tragen, kündigte Lidl bereits im April an. Im kommenden Jahr soll dann auch die Milbona-H-Milch entsprechend zertifiziert sein. Langfristig plant Lidl im Molkereisortiment ausschließlich gentechnikfreie Produkte zu verkaufen.

Regional spielt Süddeutschland für Lidl weiter eine Vorreiterrolle. Dort sollen noch in diesem Jahr Saure Sahne, Schlagsahne, Speisequark, Crème Fraîche, Sauerrahm, Mozzarella und Käseaufschnitt nur noch als gentechnikfreie Produkte angeboten werden. Landwirte, die die Milch liefern, erhalten einen Zuschlag, teilt Lidl mit. Die Kunden müssten für den Verzicht auf Gentechnik im Futter dagegen nicht mehr bezahlen, versichert das Unternehmen. (SB)
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