„Ein Engagement in Kanada erscheint uns lohnend, nachdem Kanada in diesem Jahr die internationale Vereinbarung zum Sortenschutz unterzeichnet hat“, erklärte Daniel Chèron, Geschäftsführer von Limagrain, vor internationalen Journalisten. Nun könnten sich Investitionen in die Züchtung für den kanadischen Markt lohnen, wenn die internationalen Upov-Vereinbarungen gelten.

Darum hat Limagrain ein Joint Venture geschlossen mit der Genossenschaft Canterra für die Weizenforschung in diesem nordamerikanischen Land. An dem Gemeinschaftsunternehmen Canterra Seeds hält Limagrain 70 Prozent. Der Vertrieb der neuen Sorten, die aus der Forschung hervorgehen, werde Canterra übernehmen, kündigte Chéron an. „Wir dürften damit eines der ersten Züchtungsunternehmen sein, die in die Weizenzüchtung für die dortigen Anbaubedingungen investieren“, verkündete er die Gründung des Weizenforschungszentrums in Winnipeg, Manitoba.

Zur Stärkung der Partnerschaft habe Limagrain auch 30 Prozent der Unternehmensanteile an Canterra erworben. Die kanadischen Weizenerzeuger werden eine neue Welt des Weizenanbaus erleben, indem die Züchtung nicht allein auf staatlicher Forschung sondern auch auf unternehmerischen Investitionen beruht. Die Weizenerträge könnten einen deutlichen Anschub vertragen, ist er sich sicher.

Zunächst allerdings wird Canterra aber noch Überzeugungsarbeit bei den kanadischen Farmern leisten müssen. Ihnen muss zunächst der Sinn von geschützten Sorten erklärt werden. Mit diesem Engagement will Chéron die Gruppe weiter stärken zum Nutzen der 2.000 französischen Genossenschaftsmitglieder. Weitere Wachstumsmärkte macht er in nächster Zeit aus in den USA, Brasilien, Argentinien und Australien, erklärt er im Gespräch mit der agrarzeitung. (brs)
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