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Die heute stattfindenden trinationalen Gespräche mit der EU-Kommission in Brüssel hat der Staatssekretär des Bundeslandwirtschaftsministeriums Gert Lindemann anstelle von Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer übernommen. Seehofer war auf Grund der Turbulenzen in der CSU in Berlin geblieben und hatte die Termine in Brüssel abgesagt. Dass in den entscheidenden Verhandlungen vor dem Beschluss zum Health Check nun statt des Ministers selbst, sein Staatssekretär in Brüssel ist, kommentierte ein Sprecher des Deutschen Bauernverbandes (DBV) gegenüber ernaehrungsdienst.de folgendermaßen: „Lindemann kann genauso stark wie Seehofer die deutschen Positionen vertreten." In einer Dreierrunde mit der EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel und dem französischen Landwirtschaftsminister Michel Barnier will Deutschland seine Position im Health Check untermauern und mögliche Kompromisslinien ausloten. Dabei geht es insbesondere um den Widerstand Deutschlands gegen eine größenabhängige Kürzung von Direktzahlungen sowie um frisches EU-Geld für einen Milchfonds.

Eine Delegation des DBV sowie Vertreter aus den Landesverbänden Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und dem Rheinland waren bereits gestern nach Brüssel gereist und hatten in einem Gespräch mit der EU-Kommission und Staatssekretär Lindemann verdeutlicht, dass es für die Deutschen Bauern keinen Diskussionsspielraum bei den Kürzungen der Direktzahlungen gebe. Dabei hätte sich noch einmal gezeigt, dass die Position der Bundesregierung mit der des DBV zum großen Teil übereinstimmt, sagte heute ein DBV-Sprecher gegenüber ernaehrungsdienst.de. (sta)

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