Das Unternehmen hat auf seiner Webseite die möglicherweise mit Listerien kontaminierten Produkte aufgelistet - vorsorglich die gesamte Herstellung. Es handelt sich um weit mehr als 200 verschiedene Fleisch- und Wurstwaren, darunter Leberkäse Grillwürstel, Aufschnitt, Schinken, Speck, Presssack oder Wurstsalat. Auch vegetarischer Aufschnitt wurde aus dem Verkehr gezogen. Die Fleisch- und Wurstwaren sind an den Einzelhandel (vor allem Discounter), aber auch an Kantinen und Großküchen in Deutschland, Österreich und der Schweiz geliefert worden, berichetet der Bayrische Rundfunk.

Gefährliche Keime
Listerien können bei Menschen und Tieren eine Infektionskrankheit verursachen, die Listeriose genannt wird.  Bei gesunden Erwachsenen verläuft die meist unauffällig oder harmlos - mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Erbrechen und Durchfall. Für Risikogruppen, wie ältere oder immungeschwächte Personen sowie Säuglinge und Schwangere, ist die Infektion aber ein besonderes Risiko. Die Symptome treten oft erst bis zu acht Wochen nach dem Verzehr auf.

Hohe Brisanz wegen möglicher Todesopfer

Hochbrisant ist die Baktierien-Verunreinigung vor dem Hintergrund der Erkrankungswelle durch Listerien seit 2012 in Süddeutschland. Wie am Dienstag bekannt wurde, gab es sogar Todesopfer: Von den rund 80 Infizierten seien seit 2012 acht gestorben, davon vier bestätigt an der Listeriose, zitiert die Süddeutsche Zeitung das Robert-Koch-Institut. Bei den Patienten sei der gleiche Listerien-Typ nachgewiesen worden, der auch bei der Großmetzgerei Sieber aus Geretsried identifiziert worden sei. Der Zusammenhang sei daher wahrscheinlich, müsse aber weiter untersucht werden, hierß es. Das bayerische Verbraucherschutzministerium ließ aufgrund dieses Verdachts und fünf neuer Listerien-Funde Hunderte Tonnen Wurst des Unternehmens zurückrufen und verhängte einen Produktionsstopp. (az)
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