Lob für Milchpreisstützung

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Als bedrohlich schätzt eine Mehrheit der EU-Agrarminister die Lage auf dem Milchmarkt ein. Um eine Ausdünnung der Milcherzeugung zu verhindern, akzeptierten die EU-Mitgliedstaaten auf dem Agrarrat am Montag in Brüssel eine Rückkehr zur alten Preisstützungspolitik. In einigen Regionen der EU sei die Lage dramatisch, betonte EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel. Exporterstattungen für Milchprodukte und die erweiterten Interventionsmöglichkeiten seien deshalb gerechtfertigt.

Befristete Maßnahmen befürwortet auch Staatssekretär Gerd Lindemann vom Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV). Er wies zudem darauf hin, dass die Kommission eine Teilschuld an den niedrigen Milchpreisen habe. Deutschland und andere Länder hätten in den Verhandlungen zum Health Check vor den Gefahren durch Quotenerhöhungen gewarnt. Schäden für Entwicklungsländer durch die Ausfuhrhilfen der EU gibt es nach Ansicht von Lindemann nicht. Dazu sei der Anteil der Lieferungen von europäischen Molkereierzeugnissen in Entwicklungsländer viel zu gering. (Mö)

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