Initiative

Lösungen für die Praxis gesucht


Im Kompetenznetzwerk Agrartechnik Sachsen haben sich im Freistaat rund 80 mittelständische Landtechnikunternehmen zusammengeschlossen. Im Dialog mit Wissenschaft, Politik und Landwirtschaft erhalten die Maschinenbauer konkrete Anregungen, was bei der täglichen Arbeit auf dem auf dem Feld oder im Stall benötigt wird. Daraus leiten die Unternehmen Ideen für neue Maschinen ab, die an die Bedürfnisse der Landwirte angepasst sind.

Die Aufgabe des Kompetenznetzwerkes mit Sitz in Doberschau ist die Vernetzung der einzelnen Akteure. Zudem sammelt und bündelt das Netzwerk Anregungen und Ideen. Um sich noch intensiver auszutauschen, haben das Netzwerk und der Bauernverband Sachsen nun in Lommatzsch den neuen Arbeitskreis Landwirtschaft/Landtechnik vorgestellt.

Schmidt: Digitalisierung hat hohen Preis

Die Digitalisierung und Technisierung in der Landwirtschaft habe einen hohen Preis, sagte der sächsische Agrarminister Thomas Schmidt (CDU) bei der Auftaktveranstaltung in Lommatzsch. Ein Arbeitsplatz in der Landwirtschaft koste nach seinen Berechnungen rund 300.000 Euro. Deshalb unterstütze das Ministerium das Netzwerk finanziell, um Innovationen aus der Wissenschaft angepasst an die Praxis voranzubringen.

Gerade mittelständische Firmen in Sachsen könnten mit gut ausgebildeten Fachkräften schnell auf Innovationen reagieren, erklärte Schmidt. Das Kompetenznetzwerk führt Landwirte, Unternehmen und Wissenschaftler zusammen. Praktiker können ihre Probleme direkt an die Werkbank bringen. Mit dieser Herangehensweise bleibe der Wettbewerb innerhalb der Unternehmen gesichert. Jeder Betrieb entwickle nach seinen Stärken eigene Produkte.

Das fordert die Praxis

Eine Praktikerin berichtete bei der Auftaktveranstaltung zudem über ihre Wünsche: Zuverlässigkeit, Langlebigkeit und ein geringer Verschleiß sind für Andrea Reinhardt vom Maschinenring Alt Wettiner-Land wichtige Anforderungen, die Geräte heutzutage erfüllen müssen.

Alle Fahrer sollten die Technik bedienen können, Individualisten seien für die Branche nicht finanzierbar. Mit Führungen auf den Betrieben geht die Landwirtin zudem engagiert auf Dorfbewohner und Schüler zu, um ihnen Sinn und Zweck von Traktorfahrten auf der Strasse zu erklären. Nur so könnten Vorurteile und Ärger gegenüber großen Maschinen abgebaut werden. (da)
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