Fleischbranche

Lohnstandards bleiben umstritten


Die Löhne in der Fleischindustrie bieten immer wieder Anlass für Kritik. Daher haben im August 2015 Unternehmen der Fleischbranche einen Katalog für eine Selbstverpflichtung zur Zahlung von Mindestlöhnen erarbeitet und bereits im September 2015 dem Bundeswirtschaftsminister vorgelegt. Bisher unterzeichnet wurde sie von den sechs führenden Unternehmen der Branche.

"Die Branche ist besser als ihr Ruf, nur wird dies zu wenig gezeigt", sagte Valerie Holsboer, Hauptgeschäftsführerin der Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss (ANG) am Freitag in Berlin. Auf dem 31. Frische Forum Fleisch der allgemeine fleischer zeitung (afz) diskutierten Vertreter aus der Wirtschaft und der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) die Herausforderungen der Branche.

Zur Beurteilung der wieder geforderten Transparenz in der Fleischwirtschaft müssen die herausfordernden Bedingungen in der Branche berücksichtigt werden, so Holsboer. Diese seien sehr komplex und bedürfen jeweils der genauen Prüfung, führte sie aus. Tatsache sei jedoch, dass die Selbstverpflichtung in der Branche "angekommen" sei.  Nun  bedürfe es der weiteren Umsetzung und angestrebten Teilnahme aller in der Branche tätigen Unternehmen.

Für die Westfleisch SCE, Münster, wies deren Sprecher der Geschäftsführung, Christian Leding auf die besonderen Bedingungen der Branche hin. Westfleisch setze die Selbstverpflichtung vollständig um, mahnte jedoch zur richtigen Einschätzung der in der Branche herrschenden Realität.  So erhalte Westfleisch in dem harten internationalen Wettbewerb keinerlei Bonus von seinen Kunden für die Einhaltung eigener Regeln. Dennoch verfolge das Unternehmen konsequent die permanente Verbesserung der Bedingungen für die Arbeitnehmer. Auch treffe keineswegs zu, dass die Branche in ihren Lohnzahlungen am unteren Ende stehe. Vielmehr würden für die in vielen Fällen sehr anspruchsvollen Tätigkeiten in der Fleischverarbeitung auch sehr hohe Löhne gezahlt werden müssen. Eine große Herausforderung für die Branche sei der eklatante Mangel an qualifiziertem Fachpersonal. (jst) 
stats